Archiv für den Monat: August 2013

Die Gartenkralle

Wer eigentlich mehr auf altbewährtes Werkzeug wie Hacke, Spaten und Grabegabel schwört, der schaut meist recht skeptisch auf die neuen Wunderwerkzeuge. Schließlich bearbeiten die Menschen schon seit Jahrtausenden den Boden. Wer jetzt daherkommt und behauptet, er hat den Stein der Weisen gefunden, der hat es bei eingefleischten Gärtnern oft recht schwer. Trotzdem ist es nicht verkehrt, wenn man ab und zu mal einen Blick über den eigenen Gartenzaun wagt.

kralle1

Da wäre zum Beispiel die Gartenkralle. Dieses Werkzeug wird als Gerät zur Auflockerung des Bodens und zur Unkrautentfernung angepriesen. Und es soll außerdem zum Untermischen von Dünger und Kompost eingesetzt werden können. Ihren Namen verdankt die Gartenkralle ihren Zinken, die wie Krallen angeordnet sind. Diese werden in den Boden gestochen und mithilfe des langen Stils herumgedreht. So wird die obere Bodenschicht im Bereich der Zinken gut aufgelockert. Man zieht die Kralle dann heraus und setzt sie neu ein.

Wenn man die Gartenkralle im normalen Garten verwendet, überzeugt sie sicher nicht übermäßig. Die Frage: „Was kann sie, was andere nicht können?“ beantwortet sich nicht wirklich.

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn an ein neues Stück urbar machen will. Wer sich schon mal durch den Filz eines Rasenstücks mit Spaten oder Grabegabel gekämpft hat, der weiß wie anstrengend und wenig rückenschonend diese Arbeit ist. Hier leistet die Gartenkralle wirklich gute Dienste. Mittels ihrer Drehbewegung lockert man die obere Schicht des ineinander verwobenen Wurzelgeflechtes auf und kann dieses dann mit einer Grabegabel relativ leicht aufnehmen und entfernen. Dabei geht man am besten reihenweise vor. Zuerst eine oder zwei Strecken mit der Gartenkralle lockern und dann mit der Gabel nacharbeiten. So schafft man es, in relativ kurzer Zeit ohne große Anstrengungen ein neues Stück Garten urbar zu machen. Hier hat die Gartenkralle ihren großen Auftritt.

kralle2

Überlegungen vorab

Bevor mit dem eigentlichen Gestalten des ganz persönlichen Traumgartens begonnen wird, sollte man zuerst einmal die vorhandenen Gegebenheiten prüfen. Dazu gehören unter anderem:

  • Größe und Form des Grundstücks
  • Ausrichtung (Himmelsrichtung, Sonneneinstrahlung …)
  • Klima (windig, frostgefährdet, geschützt, regionale Besonderheiten …)
  • Lage (Hang, mehrere Ebenen …)
  • Bodenverhältnisse
  • Vorhandener Bewuchs und Bebauung

Hier reicht es im Allgemeinen nicht, einfach nur einen Blick auf den Garten zu werfen. Eine optimale Vorbereitung spart nicht nur viel Arbeit, sondern auch eine Menge Geld und möglicherweise auch noch Ärger.

Während man im Privatgarten relativ schalten und walten kann, wie man es möchte, gibt es in vielen Kleingartenvereinen recht strenge Vorschriften, die die Höhe der Gehölze, den Anteil des Rasens an der Grundstücksfläche oder die Umzäunung regeln. Vor dem Unterzeichnen des Pachtvertrages sollte man sich unbedingt über diese Reglungen informieren, damit man sich im Nachhinein nicht wundert, welche Richtlinien bei der Gartengestaltung im Verein eingehalten werden müssen.

634428_web_R_K_B_by_Walter J. Pilsak_pixelio.de

Bildquellenangabe: Walter J. Pilsak  / pixelio.de

Aber auch als Besitzer eines privaten Gartens hat man nicht immer die vollkommene Entscheidungsfreiheit. Die meisten Grundstücke grenzen an einer oder an mehreren Seiten an weitere Anwesen. Abgesehen davon, dass es besser ist, wenn man sich mit seinen Nachbarn versteht, gibt es auch hier Vorschriften, die sich mit den Abständen von Bäumen und Sträuchern an Grundstücksgrenzen befassen. Diese Grenzabstandregelungen werden im Nachbarschaftsgesetz geregelt. Unglücklicherweise unterscheidet es sich von Bundesland zu Bundesland. Die Abweichungen sind zwar gering, aber im Falle eines Falles könnten sie zum Fallstrick werden. Natürlich muss man nicht grundsätzlich gleich auf eine Hecke als Einfriedung verzichten. Wer sich hier aber an die vorgegebenen Spielregeln hält, braucht sich später keine Sorgen machen, dass diese zu nah am Nachbargrundstück wächst.

Achtung:

Vor Beginn des Großprojektes Traumgarten sollte man unbedingt die geltenden Vorschriften einsehen und in die Planung mit einbeziehen.

Was ist außerdem noch hilfreich?

Ein Blick über den Gartenzaun lohnt immer. Man kann sich dabei höflich vorstellen und schon etwas über die Mentalität seiner Gartennachbarn erfahren. Der erste Eindruck täuscht selten:

  • Im Nachbargarten befinden sich Sandkasten, Schaukel und viele Spielgeräte. Hier sind Kinder zu Hause und da kann es schon mal laut werden.
  • Nebenan ist alles sauber und gepflegt. Diese Gärtner freuen sich sicher nicht unbedingt über einen naturbelassenen Nachbargarten.
  • Die Nachbarn züchten Brennnesseln und andere Wildkräuter. Wer hier einen klassischen Garten plant, sollte mit dem Ansturm von Wurzel- und Samenunkräutern rechnen.

Bambus im Garten

Bambus symbolisiert für viel Menschen einen großen Teil der asiatischen Lebensweise, die sie mit Ruhe und Ausgeglichenheit verbinden. Was liegt da näher als die Überlegung, sich seinen eigenen kleinen Bambuswald anzupflanzen. Doch bevor man damit beginnt, sollte man erst einige Dinge in Betracht ziehen.

Allgemeines zum Bambus

Erst einmal vorweg: Den Bambus gibt es schlechthin nicht. Es gibt über 1000 verschiedene Sorten, die Höhen von 30 Zentimetern bis 3 Meter erreichen können. Um die einzelnen Arten unterscheiden zu können, hilft es ein wenig, wenn man sich mit den botanischen Gattungsnamen vertraut macht. Am häufigsten kommen in unseren Gärten folgende Bambusgräser vor:

  • Sasa
  • Pseudosasa
  • Arundinaria

Sasa

Hier ist der wohl bekannteste Vertreter Sasa pygmaea. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um Zwergbambus. Er wird nur 30 Zentimeter hoch. Sein grünes Laub vergilbt im Winte

Achtung: Sasa pygmaea vermehrt sich gern durch Ausläufer und ist manchmal schwer im Zaum zu halten.

Pseudosasa

Dieses Bambusgras ist der wohl bekannteste Vertreter in mitteleuropäischen Gärten. Seine verschiedenen Arten können Höhen von 50 Zentimetern bis mehreren Metern erreichen. Die Vermehrung erfolgt durch Teilung der Horste und auch durch sich bildende Ausläufer.

Arundinaria

Auch bei dieser Bambus-Gattung finden wir viele verschiedene Arten, die sich durch ihre Größe, Blattform und Blattfärbung unterscheiden. Die meisten Arundinarias sind recht frosthart und verzichten größtenteils auf das Ausbilden der oft so lästigen Ausläufer.

Tribus Bambuseae

Unter diesem Namen findet man die verholzenden Bambus-Arten, die man aus den Filmen kennt. Sie werden meist sehr groß und eignen sich für kleine Gärten nur bedingt. Wer viel Platz hat, der kann sich damit schon mal eine richtige Hecke, einen Hain oder einen exotischen Sichtschutz pflanzen. Dafür eignen sich besonders Fargesia und Phyllostachys. Sie sind nicht nur recht robust und vertragen sogar mal kurzzeitig Temperaturen um die −20 °C.

Achtung: Phyllostachys ist ebenfalls für seine Ausläufer berüchtigt. Bei einem ihm wohlgefälligem Standort kann er schon erstaunliche Energie in seine Ausbreitung investieren. Fargesia bleibt dagegen dort, wo man ihn hinpflanzt.

219226_web_R_K_B_by_Manfred Schütze_pixelio.de
Quelle: Manfred Schütze  / pixelio.de

Wo wächst der Bambus am besten?

Natürlich sollte man sich beim Kauf noch einmal individuell über die Standortbedingungen der einzelnen Pflanzen informieren. Im Allgemeinen kann man aber davon ausgehen, dass der Bambus zwar feuchte Standorte bevorzugt, aber keine Staunässe mag. Die meisten Sorten lieben einen halbschattigen bis sonnigen Platz.

Achtung: Der japanische Arundinaria viridistriata mag keine Sonne. Er ist der Bambus, der am liebsten im Schatten wächst und im prallen Sonnenlicht regelrecht verkümmert.

Kann man Bambus schneiden?

Eigentlich ist jeder Bambus ist schnittverträglich. Ältere, vergilbte und abgestorbene Teile können problemlos entfernt werden. Meist werden die Pflanzen nach so einer Behandlung auch noch kräftiger und schöner. Das gilt auch für den Rückschnitt, wenn der Bambus eventuelle zu hoch werden sollte.

Was ist nun mit der Bambusblüte?

Um die Bambusblüte ranken sich ungezählte Mythen und Geschichten. Fakt ist aber: Wenn der Bambus einmal blüht, benötigt die Pflanze benötigt ihre ganze Kraft deshalb stirbt sie langsam ab. Das kann sich dann auch schon mal über einige Jahre hinziehen. Allerdings kommt das im Weltmaßstab nur aller 60 bis 80 Jahre vor.

bluete

Achtung: Seit einiger Zeit findet man an Fargesia die unauffälligen Blüten. Hier kann man im Spätsommer die ausgereiften Samen ernten und aussäen, um sich neue Pflanzen heranzuziehen.