Archiv für den Monat: März 2014

Den Garten vermessen

Wer über einen rechteckigen Garten verfügt, der hat es mit dem Vermessen ziemlich einfach. Er misst einfach Länge und Breite seines Grundstücks. Damit erhält er nicht nur die Seitenabmessungen, sondern wenn man beide Seiten multipliziert, dann erhält man die Fläche, die man als Gärtner bearbeiten kann:

Für ein relativ gleichmäßig viereckiges Grundstück gilt also:

Lange x Breite = Gesamtfläche

Wozu braucht man die Gesamtfläche eigentlich?

Wer sich einen richtigen Gartenplan erstellen will, der sollte das schon maßstabsgerecht machen. Will man sich aus Zeitgründen oder Bequemlichkeit diese Arbeit sparen, dann wird man schnell merken, dass das keine gute Lösung ist. Mit Angaben wie „so ungefähr“ lässt sich kein vernünftiger Plan aufstellen. Bei einer Neu- oder Umgestaltung eines Gartens ist es außerdem sehr hilfreich, denn man das Grundstück in einzelne Raster unterteilt. Das geht natürlich nur, wenn man vorher die genauen Maße ermittelt hat.

Aber was machen diejenigen, die einen unregelmäßigen Garten ausmessen wollen?

Bei einem Grundstück, das keine regelmäßige Viereckform hat, kann man sich mit Teilstücken behelfen.

Die L-Form

Einen L-förmigen Garten unterteilt man einfach in zwei Vierecke und berechnet jedes für sich. Anschließend werden die Flächen addiert und man hat auch hier genaue Angaben.

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Weitere unregelmäßige Formen

Um sich die Arbeit und das Rechnen zu erleichtern, sollte man Versuchen in allen unregelmäßigen Abmessungen eine Art Regelmäßigkeit zu finden, die sich dann leicht berechnen lässt. Ein Garten mit einer Spitze könnte so vermessen werden:

1-3-a1-3-b

 Gesamtfläche = Fläche A plus halbierte Fläche B

Wenn diesen Beispeil auch nicht passt, dann kann man versuchen den Garten in weitere berechenbare Teilstücke zu zerlegen.

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 Pythagoras nein Danke?

Wer sich in der Schule gefragt hat, wozu er denn den Satz des Pythagoras und Ähnliches im Leben mal brauchen sollte, der wird spätestens bei so einem Grundstück die Antwort bekommen.

py1

Hier misst man die eine Seite (g) der zu berechnenden Fläche und davon ausgehend im rechten Winkel eine Strecke bis in die Spitze des Gartens (h). Jetzt fehlt nur noch die Formel für den Flächeninhalt eines Dreiecks. Die lautet: A= ½ g x h.

py2

Das bedeutet für diesen Fall: Die Fläche der Spitze des Gartens errechnet sich wie folgt:

Länge der Grundseite mal Höhe des Dreiecks (rechter Winkel bis in die Spitze) durch zwei

Klingt kompliziert – ist aber gar nicht so schlimm.

Wie macht man aber nun einen rechten Winkel?

Um einen rechten Winkel im Garten zu konstruieren, braucht nur eine längere Schnur. Bei dieser werden in Abständen von 1 Meter Markierungen angebracht. Insgesamt braucht man 13 Knoten. Knoten Nummer 1 bildet den Anfang. Der wird mit einem großen Nagel in der Erde bestgesteckt. Nun spannt man die Schnur so, dass man ein Dreieck erhält, welches die Kantenlängen von 3, 4 und 5 Metern (also Knotenabständen) hat. Knoten Nummer 13 kommt dabei genau auf Nummer 1. Der rechte Winkel entsteht so zwischen den zwei kürzeren Seiten des Dreiecks. Das ist übrigens der Satz des Pythagoras in praktischer Anwendung.

knoten1

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