Archiv für den Monat: Januar 2016

Nährstoffe, Bodenlebewesen und Co

Der Gartenboden besteht natürlich nicht nur aus den mineralischen Bestandteilen und dem Wasseranteil. Für das Gedeihen der Pflanzen sind auch noch solche Faktoren wie die organischen Bodenbestandteile, die vorhanden Nährstoffe und die Bodenlebewesen wichtig.

Zu den organischen Bestandteilen des Bodens zählt die Bodenflora. Das sind beispielsweise Bakterien, Pilze, Algen und Flechten. Eine positive Wirkung der Mikroorganismen ist das Binden des Stickstoffs, sodass er den Pflanzen zur Verfügung steht. Anderseits können sie die Pflanzen aber auch befallen und schädigen. Wie immer kommt es auf die richtige Mischung an.

Das gilt natürlich auch für die Bodenlebewesen. Manche davon sehen wir gar nicht gern, wie die Nematoden oder die Ameisen. Über andere dagegen kann man sich freuen. Regenwürmer sind die besten Helfer, die sich der Gärtner nur vorstellen kann. Sie zersetzen die organischen Bestandteile und durchmischen den Boden. Dabei durchlüften sie das Erdreich und fördern den Gasaustausch und die Wasserführung. So entstehen ideale Bedingungen für das Pflanzenwachstum.

Ich selbst habe einmal einen Garten übernommen, dessen Vorbesitzer durch den Einsatz von Chemie nahezu jegliches Bodenleben zerstört hatte. Es hat viele Anstrengungen gekostet und auch eine ganze Zeit gedauert, bis ich wieder von „gesunden Bodenverhältnissen“ sprechen konnte. Bis dahin wurde jeder gefundene Regenwurm mit großer Freude begrüßt und äußerst sorgsam behandelt.

Werden die organischen Bestandteile durch die Bodenlebewesen zersetzt, dann werden die darin enthaltenen Nährstoffe frei. Diese mehr oder weniger umgewandelte Substanz bezeichnet man als Humus. Der wird umso schneller abgebaut, je intensiver ein Boden bearbeitet wird. Bei einem guten Boden sollte aber ein Gleichgewicht von Mineralstoffen und Humus bestehen. Daraus folgt, dass man dem Boden, wenn er ständig bearbeitet wird, auch immer wieder neue organische Bestandteile zuführen sollte. Das ist besonders beim Gemüseanbau im heimischen Garten zu beachten. Stallmist, Kompost und Gründüngung sind hier vernünftige Lösungen.

Als Hauptnährelemente für die Pflanzen werden Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel genannt. Dazu kommen noch verschiedene Spurennährelemente. Wie es um den persönlichen Gartenboden bestellt ist, das kann man am besten bei einer Bodenuntersuchung feststellen lassen. Viele Gartencenter bieten im Frühjahr sogar kostenlose Untersuchungen an. Natürlich wollen sie ihre Düngemittel verkaufen. (Aber man muss sich ja nicht unbedingt darauf einlassen.) Proben von seinem Gartenboden, kann man aber auch einschicken und kostenpflichtig untersuchen lassen. Die Landwirtschaftskammer NRW bietet beispielsweise einen besonderen Bodenuntersuchungs-Service für Haus- und Kleingartenbesitzer an. Wer seinen Garten gut beobachtet, der kann auch anhand der Zeigerpflanzen erkennen, welche Nährelemente in seinem Boden fehlen oder ausreichend vorhanden sind.

  • Auf nährstoffarmen Böden wachsen Arnika, Blutwurz und Teufelsabbiss.
  • Nährstoffreiche Böden zeigen Bärenklau, Große Brennnessel, Kornblume, Löwenzahn, Taubnessel (rot und weiß), Vogelmiere und Zaunwinde an.
  • Auf kalkarmen Böden finden wir Hasenklee, Sauerampfer, Wiesenknopf und Wildes Stiefmütterchen.
  • Ackersenf, Feldrittersporn und Ysop stehen für einen kalkreichen Boden.

Noch mehr Infos über Zeigerpflanzen gibt es unter http://www.bio-gaertner.de/Verschiedenes/Zeigerpflanzen-Indikatorpflanzen

Über die Aufgaben der einzelnen Nährstoffe werden wir uns noch einmal gesondert Gedanken machen.

Auf keinen Fall sollte man aber auch den ph-Wert des Bodens außer Acht lassen. Der hat ebenfalls einen großen Einfluss auf das Pflanzenwachstum. Damit wird die Konzentration der Wasserstoff-Ionen in einem Liter Bodenlösung bezeichnet. Im Allgemeinen ist auch bei Gartenneulingen bekannt, das Rhododendron einen sauren Boden mag, ohne dass man genau weiß was genau damit gemeint ist. Das bedeutet, dass der pH-Wert des Bodens unbedingt unter 7 liegen sollte. Der Wert 7 steht für einen neutralen Boden. Oberhalb davon spricht man von alkalischen Verhältnissen. Die meisten Pflanzen lieben einen neutralen bis schwach sauren Gartenboden. Sauer bis 4,5 mögen beispielsweise der schon erwähnte Rhododendron, Heidelbeeren und Kiwi.

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Bildquellenangabe: M.Großmann / pixelio.de

Sonne, Mond und … Wind

Neben dem Boden (zu dem kommen wir auch noch etwas ausführlicher) hat auch das Klima einen entscheidenden Einfluss auf den Garten. Wir leben hier in den sogenannten gemäßigten Breiten. Die zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Allgemeinen von 4 Jahreszeiten geprägt werden. Diese Einteilung ist aber nur bedingt nützlich für den Gärtner, denn sie ist viel zu grob.

Uns interessiert das vorhandene Kleinklima. Das Wachstum der Pflanzen speilt sich, wenn wir von den Bäumen mal absehen, in einer bodennahen Schicht von bis zu 2 Metern oberhalb der Erdkruste ab. Dieser Bereich unterliegt vielen verschieden Einflüssen. Gebäude, Hecken, Mauern und sogar Bodenerhebungen können das Kleinklima maßgeblich verändern.
Darum ist es ratsam, wenn man sich einmal im Verlauf des Jahres Notizen über die klimatischen Bedingungen im Graten macht.

Diese könnten beispielsweise solche Angaben enthalten:

  • Wo schmilzt der Schnee zuerst? (Das ist im Frühjahr die wärmste Stelle und vielleicht der Platz für ein Frühbeet oder die ersten Frühlingsboten.)
  • Welche Stellen bescheint die Sonne während der verschiedenen Monate am längsten?
  • Wo ist es besonders warm?
  • Welche Bereiche sind besonders schattig?
  • Wo hat man den Eindruck, dass es immer etwas kühl ist?
  • Welche Stellen im Garten sind besonders windig? Trocknen diese auch besonders schnell aus?
  • Wo ist es am trockensten?
  • Wo ist der Boden am feuchtesten?
  • Liegt irgendwo besonders viel Laub?
  • An welcher Stelle ist der Boden im Herbst oder Winter zuerst gefroren?
  • Fällt dir sonst noch etwas auf? (Schau dir deinen Garten an, als würdest du ihn zum ersten Mal sehen.)

Ich denke, diese Fragen helfen schon sehr, um für die geplante Anpflanzung eine optimale Pflanzenauswahl treffen zu können. Auch wenn wir einen kleinen Garten haben, heißt das noch lange nicht, dass man auf dem Gelände überall die gleichen Bedingungen findet. Darum macht es auch Sinn sich in seinen Gartenplan, die einzelnen Zonen einzuzeichnen.

Warum soll man aber auf den Mond achten?
Ein Garten in der Nacht übt einen besonderen Zauber aus. Wer es romantisch wünscht, der kann schon mal schauen, in welchen Nächten die Stellen im Graten ins rechte Licht gerückt werden.

Laub

 

 

 

 

 

Wir haben inzwischen den Boden grob nach seiner Substanz eingeteilt und wissen auch, welche Klimafaktoren die verschiedenen Bereiche beeinflussen. Trotzdem müssen wir uns noch einmal mehr mit dem Gartenboden befassen. Für das Pflanzenwachstum sind die Nährstoffe und die Bodenlebewesen weitere entscheidende Faktoren. Die sollte man vor dem Erstellen eines genauen Planes ebenfalls berücksichtigen. Damit geht es im nächsten Beitrag weiter.

Der Gartenboden

Als den wahrscheinlich wichtigsten Faktor beim Gärtnern kann man sicher den Boden nennen. Bevor man sich Gedanken über die Gestaltung und das Pflanzen macht, sollte man sich seinen Gartenboden einmal genauer ansehen. Sicher ist es möglich, auch ganz entgegen den vorherrschenden Bedingungen zu planen und zu arbeiten. Das zieht aber eine ganze Menge an Aufwand nach sich. Hier muss man mit erheblichen finanziellen und zeitlichen Kraftanstrengungen rechnen. Und selbst das garantiert nicht das gewünschte Ergebnis.

Halten wir uns lieber an die von der Natur  gegebenen Tatsachen.

Als Boden an sich, wird die obere Verwitterungsschicht der Erde bezeichnet. Sie besteht aus verschiedenen Mineralien und ist mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzt. Spezielle Eigenschaften rechtfertigen die Unterscheidung der Bodenarten in schwere und leichte Böden. Diese Einteilung begründet sich erst einmal durch die Korngrößen der mineralischen Anteile. Um herauszubekommen, welchen Boden man in seinem Garten hat, kann man die Fingerprobe machen.

Dazu nimmt man etwas angefeuchteten Boden und zerreibt ihn zwischen den Fingern.

Ist die Körnung gut sichtbar und haftet nicht weiter an den Finger, dann handelt es sich um Sandboden. Den kann man nicht zu haltbaren Kügelchen formen, denn er hält nicht zusammen.

Fühlt sich die Probe klebrig an und sind die einzelnen Bestandteile nicht sichtbar, dann hat man einen Tonboden. Den kann man recht gut zu Kugeln formen, die nicht gleich zerfallen.

Das sind die beiden Extreme beim Gartenboden. Das Mittelding dazwischen wird als Schluff bezeichnet. Selbstverständlich gibt es unendlich viele Abstufungen zwischen den genannten Bodenarten. Selbst innerhalb eines Gartens können verschieden Arten von Böden auftreten.

Das sollte man bei der Planung zur Bepflanzung seines Grundstücks beachten. Die Pflanzen haben oft recht unterschiedliche Bodenansprüche. Will man viel Freude und wenig Stress, dann hält man sich an deren Vorlieben.

Die einzelnen Bodentypen weisen durch die abweichende Körnung der festen Bestandteile auch noch weitere Eigenschaften auf:

Sandboden Tonboden
Wasser Versickert schnell (gut bei starkem Regen) Trocknet schnell aus (weniger gut in heißen Sommern) Versickert langsam (Gefahr von Staunässe) Speichert  auch im Sommer das Wasser recht lange
Wärme Erwärmt sich schnell, Kühlt sich schnell ab Erwärmt sich langsam, Kühlt sich langsam ab
Nährstoffe Geringer Nährstoffgehalt (werden schnell ausgewaschen) Hoher Nährstoffgehalt
Sonst noch was Wird leicht durchwurzelt, Lässt sich leicht bearbeiten,
daher „leichter“ Boden
Wird schwer durchwurzelt, Lässt sich schwer bearbeiten,
daher „schwerer“ Boden

 

An frostfreien Tagen sollte man sich (wenn man es noch nicht getan hat) mal seinen Gartenboden genauer ansehen.  Kennt man die Eigenschaften seines Bodens, kann man von Haus aus auf solche Pflanzen zurückgreifen, die sich dort recht wohl fühlen. Das spart Arbeit, Stress und Geld.

boden

Höhenunterschiede vermessen

Wer ein ebenes Grundstück hat, der hat es mit dem Vermessen und dem Anlegen eines Gartens recht einfach. Allerdings gibt es auch viele Vorteile, die für ein Hanggrundstück sprechen. Sicher macht das Anlegen von unterschiedlichen Terrassen und den nötigen Treppen zuerst einmal eine ganze Menge Arbeit. Dafür bietet eine Fläche, die nicht nur mit flachen und gleichmäßigen Formen aufwartet, eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Vor dem konkreten Planen sollte man sich jedoch erst einmal Gedanken über die vorhandenen Höhenunterschiede machen. Nur so erreicht man, dass der Garten auch als eine harmonische Einheit gestaltet werden kann.

Wie geht man dabei am besten vor?

Um einen Hang zu vermessen, braucht man mindestens eine oder mehrere längere Dachlatten, einige angespitzte Pfosten und eine Wasserwaage.

Zuerst muss der Nullpunkt festgelegt werden. Dazu eignet sich am besten eine vorhandene Hauswand oder ein anderes Bauwerk. Ist so etwas nicht in der Nähe, dann kann der Nullpunkt auch willkürlich bestimmt werden. Falls man sich nicht ganz sicher ist, ob man mehrere Messungen durchführen muss oder möchte, dann ist es angebracht, wenn man diesen frei gewählten Punkt durch einen Stein oder eine andere Markierung kennzeichnet.

Nach dem Festlegen Hoehe3des Nullpunktes legt man die erste Dachlatte in Richtung des Hanges. Das eine Ende kommt auf den Nullpunkt. Das andere Ende kommt auf einen der Posten. Mit der Wasserwaage wird nun so lange justiert, bis die Dachlatte in Waage ist.

 

Misst man zwischen dHoehe1en Punkten A und B, dann hat man den Höhenunterschied der einzelnen Flächen.

 

Was macht man, aber wenn sich der Hang über eine ziemliche Länge hinzieht und eine Dachlatte nicht ausreicht?

Hoehe2

Dann setzt man am Fuße des Pfostens neu an. Das kann man sich so vorstellen:

 

 

Der Höhenunterschied errechnet sich nun aus den Strecken:
„A bis B“ plus „B bis C“ plus „C bis D“.

Was ist aber wenn man das Gefälle in Prozent errechnen will?

In diesem Fall kann man ähnlich an die Aufgabe herangehen. Allerdings wird der Pfosten nun nicht einfach am Ende der Dachlatte eingeschlagen, sondern am Ende der Böschung.

Nun misst man vom Nullpunkt bis zum Pfosten und hat die Länge L. Zusammen mit der gemessenen Höhe trägt man diese Werte in die folgende Formel ein:

Prozent (des Gefälles) = Höhe durch Länge x 100

Wenn ich folgendes gemessen habe:

  • Länge der Strecke: 10 Meter = 1000 cm
  • Höhenunterschied (schon addiert): 50 cm
  • (Nicht vergessen: Es muss unbeingt mit einer Maßeinheit gerechnet werden. Also entweder nur Zentimeter oder nur Meter)

Gefälle in Prozent = 50 durch 1000 mal 100 = 0,5 %

Wem das zu kompliziert ist, der kann sich vielleicht mit der Aussage trösten, dass 1 Zentimeter Höhenunterschied auf 1 Meter gleich 1% Gefälle bedeutet. Damit entsprechen 6 Zentimeter Unterschied bei einem Meter Länge dann 6 % Gefälle.

Damit Wasser von Terrassen oder anderen ebenen Flächen gut abfließen kann, sollte man dort übrigens von vornherein ein Gefälle von 2 % einplanen. Das bedeutet, dass der Höhenunterschied nach 1 Meter bereits 2 Zentimeter beträgt. Legt man seine Latten also an eine 4 Meter lange Sitzecke, so sollte der Höhenunterschied 8 Zentimeter betragen. Sonst kann es passieren, dass die Gartenstühle nach einem langen Regen im Wasser stehen.