Archiv für den Monat: Februar 2016

Kalium

Kalium bildet eine Ausnahme im Vergleich mit den anderen Hauptnährelementen. Es wird überwiegend in den Zellzwischenräumen gespeichert und sorgt so für die osmotische Saugkraft der Zelle. Somit ist es für die Wasseraufnahmefähigkeit und den Verdunstungsschutz der Pflanzen zuständig.

Kalium trägt zur Festigung des Pflanzengewebes bei und ist somit auch für die Standfestigkeit und die Resistenz gegenüber pilzlichen und saugenden Schädlingen verantwortlich. In feste zellewände können die Pilze nicht so schnell eindringen. Weil dank Kalium zudem der Gehalt an löslichen Zuckern in den Zellen zurückgeht, sind diese nicht mehr so interessant für bestimmte Insekten. Alle Obstsorten, Kartoffeln, Möhren und auch Rüben profitieren von einem ausgewogenen Kaliumhaushalt.

Bei Kaliummangel macht die Pflanze einen welken Eindruck, denn die Wasseraufnähme ist gestört. An den Rändern der älteren Blätter kann man zuerst Vergilbungen erkennen. Diese werden als Chlorosen bezeichnet. Später sterben diese Stellen dann ab. Das nennt man dann eine Nekrose. Neben diesen offensichtlichen Symptomen kann es auch zu einer mangelnden Standfestigkeit, einem erhöhten Schädlingsbefall und geringerer Frosthärte kommen.

Hat man zu viel Kalium im Boden, dann kommt es zu „Verbrennungen“, den sogenannten Salzschäden. Die Blätter der Pflanzen sind oft hellgrün und unglichmäßig. Meist kommt es auch zu Wurzelschäden und das Gewächs macht imsgesamt einen ungesunden Eindruck.

Wer sich Kaliumdünger aus dem Handel besorgt, der sollte unbedingt darauf achten, dass er für chloridempfindliche Pflanzen nicht einen Dünger mit einem hohen Chloridanteil benutzt. Kartoffeln, Wein, Obst, Beerenobst, Möhren, Gurken, Zwiebeln, Radieschen, Lauch und viele Zierpflnazen nehmen das ziemlich übel. Besser ist es, wenn man in diesen Fällen einen chloridfreien Flüssigdünger einsetzt.

Vor Einsatz des chemischen Düngers, sollte man aber zuerst einmal überprüfen ob es sich nicht nur um einen „normalen Wassermangel“ handelt, der die Pflanzen so schlaff aussehen lässt. In dem Fall hilft einfach nur gießen.

Für alle Freunde der biologischen Düngung empfehlen sich:

  • Holzasche
  • Beinwelljauche und Adlerfarn/Wurmfarn-Jauche
  • abgelagerter Mist (Hühnerdung, Kaninchenmist oder Pferdedung vom örtlichen Reiterhof)

apfel

Hauptnährelement: Phosphor

Für die Bildung von Blüten und Früchten brauchen die Pflanzen einen bestimmten Anteil an Phosphor. Außerdem ist dieses Element im Boden für die Krümelbildung zuständig. Fehlt es, dann haben die Pflanzen ein langsameres Wachstum und bilden weniger und kleinere Blüten und Früchte aus. Beim flüchtigen Hinsehen scheinen die Symptome, denen des Stickstoffmangels zu gleichen. Einen Unterschied kann man daran erkennen, dass die Blätter nicht vergilben. Sie können sogar recht dunkel wirken oder an der Unterseite einen rötlichen Schimmer bekommen. Ansonsten wirken sie recht starr in ihrer Haltung. Die Mangelsymptome treten auch hier zuerst an den älteren Blättern auf.

Im Garten haben wir bei einem Phosphorüberschuss kaum direkte Einwirkungen auf die Pflanzen zu fürchten. Ist im Boden gleichzeitig wenig Stickstoff, dann reagieren die überschüssigen Anteile des Elements mit den Spurenelement Eisen und Zink. Es entstehen Phosphatverbindungen, die zu Eisen- und Zinkmangel führen und am Ende doch wieder zu Wachstumsstörungen führen. Ohne eine ordentliche Bodenanalyse kann man in diesem Fall aber erst einmal im Dunkeln tappen.
Der Phosphor hat leider noch eine weitere unangenehme Eigenschaft. Aus unseren Haushalten (z.B. Waschmittel) gelangt er in die Flüsse und Seen. Dort sorgt er für ein überdimensionales Algenwachstum. Wenn diese nach ihrem Lebenszyklus absterben, werden sie von den Bakterien zersetzt. Viele Algen bedeuten, dass sich die Bakterien unverhältnismäßig stark vermehren. Die Überpopulation verbraucht im Verhältnis zu viel von dem Sauerstoff, der sich im Wasser befindet. Damit reicht das Angebot nicht mehr für die vorhandenen Fische, Pflanzen und weitere Lebewesen. Dadurch sterben diese nach und nach am Sauerstoffmangel. Dieser Vorgang wird als „das Gewässer kippt um“ bezeichnet.

Eine Möglichkeit dem Boden Phosphor ohne chemische Keule zuzuführen besteht in der Verwendung von Knochenmehl. Das ist ein organischer Dünger, der aus Knochenabfällen von Schlachthöfen hergestellt wurde.

Phosphor

Hauptnährelement: Stickstoff

Der Stickstoff ist für das allgemeine Wachstum der Pflanzen verantwortlich. Alle die Gewächse, die besonders viel Blattmasse bilden oder stark wachsen, benötigen eine große Menge davon. Im Gemüsegarten sind das zum Beispiel Tomaten, Gurken und Kohl.

Zum Glück kommt der Stickstoff neben Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff mit am häufigsten im Boden vor. Es gibt sogar Bakterien, die dieses Element aus der Luft binden. Die sogenannten Knöllchenbakterien leben unter anderem mit Bohnen, Erbsen, Wicken und Lupinen in Symbiose.
Daher wird die Lupine auch gern als Gründünger eingesetzt. Sie wird vor der Bestellung der Beete  einfach untergegraben. So bleibt der gesammelte Stickstoff im Boden. Außerdem sorgt die Blattmasse für organische Düngung.

Leider hat der Stickstoff einen großen Nachteil. Er wird sehr gern und schnell im Boden „ausgewaschen“.

Fehlt der Stickstoff im Boden, dann kommt es bei den Pflanzen zu Mangelerscheinungen. Die treten zuerst an den älteren Blättern auf, die am Anfang nur etwas heller erscheinen. Danach werden sie gelb und fallen sogar ab. Die neuen Blätter sind zum Beginn zwar noch schön grün, zeigen aber nach einiger Zeit ebenfalls die beschriebenen Symptome. Die Pflanze kümmert im Allgemeinen und blüht oft zeitig und recht klein. Man spricht dann von einer sogenannten Notblüte.

Weil viel nicht immer viel hilft, kann es auch zu einem Stickstoff-Überschuss kommen. Den erkennt man an einem übertrieben üppigen Wachstum mit sehr großer Blattmasse. Die wirkt allerdings nicht fest und gesund, sondern schwammig und weich. Damit verringert sich die Standfestigkeit der Pflanzen, sie sind anfälliger gegenüber Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall und haben eine geringere Frostresistenz. Außerdem sammelt sich in diesem Fall mehr Nitrat als gewöhnlich in den Pflanzen an. Das ist ein Effekt, den man bei selbst gezogenem Gemüse nicht unbedingt erzielen möchte.

Was ist bei der Stickstoff-Düngung zu beachten:

  • Nicht überdüngen
  • Gründungpflanzen (Lupine) im Frühjahr einarbeiten
  • Boden nicht brachliegen lassen (Auswaschungsgefahr), daher Zwischenfrüchte anbauen
  • Stallmist oder Kompost im Frühjahr einarbeiten (sonst Auswaschung)
  • Organische Dünger brauchen länger, um zu wirken

Wer nicht auf chemischen Dünger verzichten mag: lieber mehrere kleine Gaben über einen längeren Zeitpunkt als eine größere Düngeaktion.
Wer seinen Boden gut beobachtet, kann auch am Bewuchs durch die Wildkräuter erkennen, ob in der Erde genug Stickstoff ist. Zeigerpflanzen können zumindest einen ersten Überblick geben.

  • stickstoffreich: (Große) Brennnessel, Hahnenfuß, Kletten-Labkraut, Kreuzkraut, Kerbel, Melde, Vogelmiere
  • stickstoffarm: Ackerschachtelhalm, Hundskamille, Mauerpfeffer, Wilde Möhre, Vogelknöterich

vogelmiere

Vogelmiere : schmeckt übrigens sehr lecker!