Archiv für den Monat: Juni 2016

Gründünger

Mit dieser Methode schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Auf der einen Seite werden spezielle Pflanzen eingesät, die als organisches Material zur Verrottung vorgesehen sind. Sie sind, wie es der Name schon sagt, der grüne Dünger für die nachfolgenden Bepflanzungen. Anderseits wird mit ihrem Bewuchs besonders in den Wintermonaten der Boden vor Erosion und Nitrat-Auswaschung geschützt. Die Pflanzen fungieren als „Decke für den Winterschlaf“. Zudem kann man sie auf Beeten einsetzen, die man gerade Mal nicht benutzt und verhindert so, dass sich da unerwünschter Wildwuchs breit macht.

Als Gründünger kommen im Allgemeinen Pflanzen mit großer Blattmasse zum Einsatz. Das ist logisch, denn da hat man viel zum Verrotten. Besonders geeignet sind die Leguminosen. Das sind Stickstoffsammler wie Lupine und Klee. Die versorgen den Boden dann auch noch zusätzlich mit Stickstoff. Denn sammeln sie aus der Luft und speichern ihn in „kleinen Knöllchen“ an den Wurzeln. Im Sommer eignen sich Tagetes (Studentenblumen) zur Aussaat. Die sehen hübsch aus und wirken außerdem noch gegen die unliebsamen Fadenwürmer (die so gern an den Möhren naschen).

Wer es bunt mag, der kann sich auch eine Gründünger-Saatenmischung kaufen. Im Handel gibt es da reichlich Auswahl.

In der kalten Jahreszeit kann man winterharte Sorten wie Luzerne, Raps oder Weiß- und Rotklee anbauen. Alexandrinerklee ist zwar ebenfalls winterhart, aber den sollte man nicht an Stellen ausbringen, wo man später Erbsen oder Bohnen säen will.

Es gibt auch Gründünger-Erbsen. Die sind aber nicht winterhart und gehören ebenfalls nicht auf Beete, die später einmal mit Erbsen oder Bohnen bestückt werden.

Raps dagegen, ist nicht zu empfehlen, wo später einmal Kohlgewächse wachsen sollen.

Wer den Bienen etwas Gutes tun möchte, der greift zu Phacelia. Die gilt als Bienenweide und ist ein Tiefwurzler mit einer guten Blatt- und Wurzelmasse. Diese Pflanzen sind allerdings nicht winterhart.

Für einen trocknen Standort eignen sich Sonnenblumen als Gründünger. Die sind leider auch nicht winterhart, aber dafür etwas für das Auge und die Vögel.

Seradella ist ein weiterer Stickstoffsammler, der allerdings auch nicht winterhart ist. Dafür ist er aber für leichte Böden gut geeignet und kommt auch mit Trockenheit zurecht.

Gründünger ist also nicht gleich Gründünger. Hier muss man schon mal genau lesen, was auf der Samenpackung steht. Aber das gilt ja für alle anderen Samen auch und sollte nicht das Problem sein.

cornus5

Mulchen

Der aufgeschichtete Kompost braucht so seine Zeit, bis er verrottet ist. Wer es schnell und einfach haben will, der sollte sich aufs Mulchen verlegen. Das kommt den Vorgängen in der Natur ziemlich nahe. Eine Pflanze stirbt, fällt um und ihre organische Substanz kehrt in den Boden zurück.
Mulchen hat also viele Vorteile:

  • Dem Boden werden durch das Verrotten kontinuierlich Nährstoffe zugeführt
  • Die Wasserverdunstung wird durch die Mulchdecke reduziert
  • Der Boden wird vor Witterungseinflüssen (z.B. Windverwehungen oder Zerstörung der Krümelstruktur) geschützt
  • Die Schwankungen bei Feuchtigkeit und Wärme auf der oberen Bodenschicht sind relativ gering.
  • Das Bodenleben wird gefördert und aktiviert
  • Der Wuchs von Wildkräutern wird unterdrückt

Für das Mulchen sind besonders im Sommer viele unserer Gartenpflanzen sehr dankbar. Außerdem erspart es dem Gärtner viel Arbeit beim Hacken und Gießen.

Wie mulcht man?
Der Boden wird zuerst gelockert und von unerwünschtem Bewuchs befreit. Darauf gibt man eine Schicht des Mulchmaterials. Das kann aus kleingehäckselten Gartenabfällen, Kompost, verrotteten Stallmist, Rasenschnitt, Rinde, Stroh, Laub oder abgestorbenen Pflanzenteilen bestehen. Verwendet man Rinde oder Stroh, dann sollte man gleichzeitig Stickstoff zuführen, da beide Materialien den Boden „versauern“.

Unter Sträuchern und Bäumen kann die Mulchschicht schon mal 5 Zentimeter hoch sein. In den Beeten ist sie natürlich weniger dick. Wer Probleme mit Schnecken und Wühlmäusen hat, der sollte nur mit einer dünnen Schicht arbeiten, da sich die unerwünschten Gartenbewohner gern darin verstecken.
Im Herbst sollte man auf Mulchschichten aus Kompost, Stallmist und Rasenschnitt verzichten, da es sonst zum Auswaschen des Nitrats kommen kann.

Kloster1

Dank Mulchen hat man mehr Zeit zum Ausruhen!

Kompost: Schicht für Schicht

Es ist mit dem Kompost fast wie beim Kuchenbacken: Auf das richtige Rezept kommt es an. Darum will ich hier noch einmal speziell auf das Ausschichten eingehen.

Wir fangen einfach von unten an und arbeiten uns Schicht für Schicht nach oben.

Der ideale Komposthaufen baut sich so auf (Das ist nicht immer möglich. Aber je näher man dieser Aufstellung kommt, desto besser ist es für die Verrottung)

  1. Schicht

Ungefähr 30 cm Holzhäcksel, damit die durchsickernde Flüssigkeit aufgesaugt wird und die Nährstoffe nicht einfach so im Boden verschwinden.

  1. Schicht

Sperriges organisches Material sorgt für die entsprechende Belüftung „von unten“ und verhindert die Fäulnis durch Sauerstoffmangel. = kleine Zweige und Äste, Heckenschnitt

  1. Schicht

Ungefähr 20 bis 30 cm Gartenabfälle (eventuell auch Küchenabfälle – Achtung: locken Waschbären an, die dann auch das Obst plündern). Je kleiner das Material, desto schneller die Verrottung. (außer Rasenschnitt, der klebt zusammen wenn er zu dicht aufgebracht wird). Das Einbringen von Kalk und Hornmehl unterstützt den Vorgang.

  1. Schicht

Ungefähr 5 cm Erde „impfen“ den Kompost mit den zur Verrottung nötigen Mikroorganismen. Bei Bedarf sollte diese Schicht gewässert werden.

  1. Schicht wie 3. Schicht
  2. Schicht wie 4. Schicht

Das Maximum eines Komposthaufens sollte bei einer Höhe von 1,50 liegen. Als Deckschicht werden zuletzt noch einmal 5 cm Erde aufgebracht. Eventuell kann man darauf noch einen „Mantel“ aus  Stroh oder Laub geben. Diese 20 bis 30 cm sorgen für Wärme und Schutz des Komposthaufens.

Ein großer Komposthaufen sollte wenn möglich umgesetzt werden. Bei den kleineren Exemplaren ist das, wie bereits erwähnt, nicht unbedingt nötig. Beim Umsetzen sollte man darauf achten, dass die äußeren Schichten nun nach Innen gelangen. So wird gewährleistet, dass diese ebenfalls den höheren Temperaturen ausgesetzt werden, sie für einen Verrottungsprozess nötig sind.

Wer vor hat einen großen Komposthaufen anzulegen und den auch umsetzen will, der sollte einmal folgendes Experiment wagen: Legt beim Aufschichten eine größeren Feldstein in die Mitte des Haufens, sodass man ihm beim Umschichten gut finden kann. Ihr werdet erstaunt sein, welche Temperaturen bei einer gelungenen Verrottung freigesetzt werden.

phlox

Merken

Der Kompost

Der Kompost ist, entgegen landläufiger Meinungen, kein einfacher Abfallhaufen. Wer damit richtig umgehen kann, der schafft sich die besten Voraussetzungen für eine gute Ernte.

Bei Mutter Natur verrotten die abgestorbenen Pflanzenteile dort, wo sie gerade liegenbleiben. Das kann man besonders gut im Wald an umgestürzten Bäumen beobachten. Für Garten ist diese Methode natürlich nicht geeignet. Wir überlassen diesen Vorgang keineswegs dem Zufall, sondern greifen regulierend ein.

Wer einen Komposthaufen anlegen will, der steht erst einmal vor der schwierigen Wahl, für welche Art er sich entscheiden soll. Es gibt im Handel eine Vielzahl von Kompostsystemen. Sie sind aus Metall, Holz oder Kunststoff. Wer genügend Platz hat, der kann sich auch für einen freien Komposthaufen entscheiden. Außerdem kann man sich auch Schnellkomposter, Thermokomposter und neuerdings auch Super-Komposter kaufen. Die letzten drei Modelle verkürzen die Verrottung erheblich, haben aber den Nachteil, dass sie in einem Arbeitsgang gefüllt werden sollten. Die meisten Gärtner wollen aber ihre Gartenabfälle nach und nach aufbringen. Dadurch wird der „Schnell-Effekt“ außer Kraft gesetzt und die teure Anschaffung lohnt sich kaum.

Für den „normalen“ Komposthaufen gelten folgende Regeln.

  • Der Platz sollte vor Sonne und Wind geschützt sein.
  • Ideal ist ein Platz am Gartenrand, möglichst unter Büschen (das Blätterdach schützt vor zu starker Sonneneinstrahlung). Allerdings sollte man den Abstand zum Nachbarn beachten, damit dieser nicht durch eventuell entstehende Gerüche belästigt wird.
  • Der Komposthaufen sollte immer kontakt zum offenen Boden haben. (Nicht auf einer Betonplatte anlegen)Wer Angst vor Bewohner hat, der kann unten ein Drahtgitter einziehen. Allerdings sollte das nicht nötig sein, denn ein verrottender Kompost entwickelt eine solche Wärme, die den unbeliebten Nagern unangenehm ist.
  • Günstig sind zwei Kammern oder Haufen. Einer davon wird frisch aufgefüllt, der andere wird „verwendet“. Somit hat man immer genügend reifen Kompost zur Verfügung.
  • Wenn der Kompost fault oder zu stark riecht, dann sollte man ihn umsetzen und mit etwas Steinmehl und groben Stoffen wie Stroh oder trocknen Rasenschnitt versetzen.
  • Beim Aufschichten des neuen (zweiten) Haufens gibt man immer etwas Kompost vom ersten Haufen mit hinzu. Man „impft“ den neuen Ansatz sozusagen mit den Bakterien, Würmern und Pilzen, die für die Verrottung zuständig sind.

Was gehört auf den Kompost?

  • Eigentlich alle organischen Gartenabfälle. (Vorsicht bei reifen Samenunkräutern oder „Wurzelvermehrern“ wie Giersch und Brennnessel)
  • Rasenschnitt – nicht in Mengen, weil er sonst „zusammenklebt“, sonst vorher antrocknen lassen
  • Gemüseabfälle*
  • Obstreste*
  • Zerkleinerte Eierschalen
  • Kaffee- und Teefilter
  • Holzasche von unbehandeltem Holz
  • Zerkleinerte Pappe (ohne großen Farbaufdruck)
  • Kleintiermist
  • *Bei Speiserensten und anderen Küchenabfällen besteht akuter Waschbärenalarm. (Die sehen zwar sehr putzig aus, können aber gerade im Obstgarten immensen Schaden anrichten)

Was ist mit dem Herbstlaub?

Bei richtig großen Mengen könnte es Probleme mit der Verrottung geben. Mit etwas Einsatz lässt es sich trotzdem kompostieren.

Zuerst wird das Laub mit dem Rasenmäher zerkleinert. Danach mischt man es mit Rasenschnitt. Beim Aufschichten sollte man es mit Hornspänen und Steinmehl versetzen. Als ungefähres Maß gilt: Pro Kubikmeter Laub etwa drei Kilogramm Hornspäne und Steinmehl.

Wann ist der Kompost reif?

Das ist natürlich abhängig vom Material. Im Allgemeinen dauert es längstens ein Jahr bis aus den unterschiedlichen Materialien eine einheitliche, gut riechende Erde geworden ist. Als Probe, ob keine unerwünschten Abbauprodukte vorhanden sind, kann man einen Kressetest machen. Dazu wird etwas Kresse in ein Schälchen mit Kompost ausgesät. Wenn diese wie erwartet wächst und gedeiht, dann kann man den Kompost auf die Beet ausbringen.

Muss man den Kompost umsetzen?

Hier scheiden sich die Geister. Manchmal wird es in der Literatur empfohlen, ein anderes Mal nicht. Ich schaffe es aus Zeitgründen nicht und er verrottet trotzdem.

Sind Kompostwürmer etwas anderes als Regenwürmer?

Ja, das sind sie. (Sie sind kleiner, schlanker und dunkler) Wurmkompost verrottet schneller, muss aber gegen Fraßfeinde der kleinen Helferlein abgesichert werden. Solche Würmer kann man sich bestellen (da gibt es eine „Pflegeanleitung“ dazu) oder beim Gartennachbarn eintauschen (der teilt seine Erfahrungen sicher gern).

wurmOben: ein (zugegeben recht kleiner) Regenwurm

Unten: ein Kompostwurm (sehr zapplig)

Merken