Kategorie-Archiv: Grundlagen – Wissen für Gärtner

Kataloge müssen nicht immer Hochglanz sein

Spätestens jetzt hat man sie stapelweise zu Hause: die bunten Kataloge der großen „Gartenversände“. Sie werben mit Hochglanzbildern. Eines ist schöner als das Andere.
Vergleicht man dagegen die Drucke der „normalen“ Baumschulen, dann erscheinen diese recht unspektakulär. Wer sich darin zurechtfindet, der kann jedoch eine ganze Menge nützlicher Informationen herauslesen. Ich habe etliche alte Kataloge großer Baumschulen im Regal stehen und nutze sie fleißig als Nachschlagewerke.

Lasst uns doch mal einen Blick auf diese Werke werfen.
Natürlich wird den botanischen Laien erst einmal stören, dass hier alles in „blödem Latein“ abgefasst ist. Aber das hat schon seinen Sinn.
Wir alle kennen den Löwenzahn. Oder die Pusteblume. Oder Hundeblume. Oder … Kuhblume, Moadogga, Mühlenbuschen…Da kann man schon mal aneinander vorbei reden.
Oder nehmen wir ein anderes Beispiel.

Wir haben eine Weihnachtsbaumplantage. Vor den Feiertagen kommen oft Leute die gern eine Blautanne, Edeltanne oder … was weiß ich wollen. Wenn ich etwas nachfrage, dann erfahre ich, dass sie eigentlich eine Blaufichte möchten. Die heißt: Picea pungens Glauca.
Wenn ich bei meinem Lieferanten für die neu zu pflanzenden Sämlinge etwas von Blau- oder Edeltanne erzählen würde, dann wären die Missverständnisse vorprogrammiert. Es gibt für fast jeden Baum oder Pflanze mehrere umgangssprachliche Bezeichnungen. Es gibt aber jeweils nur einen einzigen botanischen Namen. Daher kann man auch im Ausland in ein Aboretum oder einen botanischen Garten gehen ohne die Sprache zu verstehen, und wird trotzdem anhand der Schilder erkennen, um was für ein Gewächs es sich eigentlich handelt. Das ist doch total klasse! Oder?
Wer sich mit den botanischen Namen nicht auskennt, der braucht sich zumindest zu Hause keine Sorgen machen. Google weiß auch hier Rat. Man sucht Informationen zum Wacholder? Kein Problem!

Bildquelle: Google

wacholderDa steht es ja: Wissenschaftlicher Name = Juniperus.

Nun braucht man nur noch im Baumschulkatalog danach zu suchen. Übrigens stehen dort immer die Laub- und die Nadelgehölze getrennt. Meist beginnen sie mit den Laubgehölzen und dann folgen die Nadelgehölze. Die Rhododendren stehen manchmal für sich allein (mit den Azaleen) oder sind eingeordnet. Da muss man mal schauen. Das gilt auch für Rosen und Obstgehölze. Hier wird oft ganz unterschiedlich verfahren. Am Besten schaut man im Inhaltsverzeichnis nach.

 

Ich nehme mir also meinen sehr alten, schon recht zerflederten Lieblingskatalog. Der stammt von der Baumschule Lorberg und ist tatsächlich noch aus dem „vorigen Jahrhundert“. Das tut der Sache keinen Abbruch, denn es geht mir heute um die Informationen zu den Pflanzen.

Lorberg

wacholder2folgende Bildquellen: Lorberg – Katalog

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Juniperus stehen hier von Seite 264 bis 270. Das sind 22 verschiedene Wacholder. Allein bei den kriechenden Wacholdern gibt es recht unterschiedliche Formen. Hier kann man sich beispielsweise informieren, welcher Juniperus genau so wächst wie man es haben will. Da ist es schon gut, wenn man sich vorher über die einzelnen Juniperus etwas genauer informiert und dann nicht das falsche Exemplar in den Garten pflanzt.

Die botanischen Namen bestehen aus einem Gattungs- und einem Artnamen. Das ist wie Familienname und Vorname. Der Gattungsname wird großgeschrieben, der Artname dagegen klein. Z.B. Juniperus communis. Gibt es noch mehrere Varietäten (Abwandlungen, „Versionen“) davon, wird das auch noch angehängt. Bei Zuchtformen gibt es oft noch den Namen, den man dieser besonderen Pflanze verliehen hat. Wie beim Juniperus squamanta “Blue Carpet“.

wacholder3

 

Über die Sonnenzeichen rechts über der gezeichneten Pflanze brauche ich sicher nichts zu sagen. Die erklären sich von allein. Volle Sonne, Sonne, Absonnig (keine pralle Sonne in der Mittagszeit), halbschattig oder als vollkommen ausgefüllter Kreis dann Vollschattig.

Was bedeutet aber 2xv. und das m.B. ?

2xv = zwei Mal verpflanzt. Diese Pflanze hat also während ihres bisherigen Lebens nicht immer an einer Stelle gestanden, sondern ist (mindestens) zweimal verpflanzt worden. Das ist wichtig, damit der Wurzelballen klein und kompakt bleibt und der Wacholder später besser anwächst.  (Es erklärt aber auch gleichzeitig die etwas höheren Preise, denn  das Verpflanzen macht Arbeit  – und die schlägt sich in den Kosten nieder.)

m.B. bedeutet mit Ballen. Das ist natürlich immer besser als o.B., was dann ohne Ballen heißen würde. Wäre dann aber auch natürlich etwas preiswerter.

Es gibt auch noch (an anderer Stelle) Tb. = Topfballen. Das sind die Gefäße die wir so im allgemeinen als Blumentöpfe bezeichnen. Und außerdem findet man noch Co. Container werden Behälter mit mindestens 2 Litern Inhalt (Erde und Wurzelwerk) bezeichnet.

Die Infos zu Wuchs, Rinde, Laub, Standortansprüchen und Verwendung sind auch immer recht hilfreich.

Richtig interessant wird es aber dann, wenn du den Wacholder nicht nur als schmückendes Element im Garten haben willst, sondern in dem Fall, dass man seine Beeren in die Suppe oder an den Braten geben möchte. Es gibt nämlich eine Art die sich so gar nicht für diese Verwendung eignet. Es handelt sich dabei um den Sadebaum (Juniperus sabina). In die Küche sollten nur Beeren kommen, die vom Gemeinen Wacholder (Juniperus communis) stammen.

Wer sich darüber vorher informiert, der spart sich das Rätselraten, ob die Beeren nun in den Topf dürfen oder auch nicht.

In so einem Baumschul-Katalog findet man aber auch noch weitere Informationen. Baum ist längst nicht gleich Baum! Sehen wir uns mal das Beispiel einer Birke an:

betula

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da steht Heister. Was ist denn das?

Wikipedia beschreibt das hier sehr schön:

Heister (abgeleitet vom mittelhochdeutschenheister = junger Buchenstamm) ist eine in der Fachsprache der Forstwirtschaft und im Gartenbau verwendete Pflanzenklassifizierung. Sie steht für (meistens in Baumschulen herangezogene) junge, jedoch bereits zweimal verpflanzte, 1,25 bis 2,50 m hohe Laubbäume.

Heister weisen zwar seitliche Äste, aber noch keine Krone auf. Sie müssen jedoch einen geraden Leittrieb aufweisen (bei manchen Arten sind auch mehrere erlaubt) und die Seitentriebe sollten bereits verzweigt sein, ihre Entwicklung muss jedenfalls arttypisch ausgebildet sein. Die maximale Standzeit in der Baumschule nach dem letzten Verpflanzen darf nach den einschlägigen Qualitätsbestimmungen drei Jahre nicht überschreiten.

2xv.  und m.B. sind inzwischen klar.

150 – 200 und die Angaben darunter beziehen sich auf die Höhe.

3xv. kann ja nur dreimal verpflanzt bedeuten.

D.B. ? Drahtballen. „Normale“ Ballen werden mit einer Art Jute umwickelt. Werden die Wurzelballen zu groß, geht das nicht mehr, dann nimmt man Draht. (Ein Wurzelballen muss immer im Verhältnis zur Krone stehen, sonst ist das kein seriöser Anbieter)

Hochstämme und Stammbüsche sind noch irgendwie selbsterklärend.Oder?

Hochstämme sind Bäume, die eine klare Gliederung in Stamm und Krone aufweisen. Die Anzucht qualitativ guter Hochstämme erfordert neben guter Bodenvorbereitung regelmäßige Schnitt- und Bindemaßnahmen, um einen geraden Wuchs und eine gut ausgebildete Krone zu erhalten. Die Hochstämme kleinwüchsigerer Arten (z.B. Zieräpfel) werden gerne in Privatgärten als Solitärbäume ,in Promenaden oder öffentlichen Pflanzflächen verwendet. Die größeren Arten (z.B. Spitzahorn) finden vorrangig Verwendung als Straßenbäume aber auch in Parkanlagen.

Quelle: http://www.hortipendium.de

Heister, welche über 2,50 m hoch sind und bereits dreimal verpflanzt wurden, werden als Stammbusch bezeichnet und müssen mindestens nach jedem 4. Standjahr verpflanzt werden.

Quelle: wikipedia

Wieso werden die Bäume aber auf einmal kleiner?
Vorher stand dort 400 – 500 und dann folgt 14 -16. Ist doch komisch.
Ab einer gewissen Größe und Qualität werden die Bäume nicht mehr mit der Größe, sondern per Stammumfang angegeben. Der Stamm wird in 1m Höhe gemessen und diese Angaben dienen nun als Maß.

Aber was bedeutet Solitär? Das heißt soviel wie Einzelstand. Diese Bäume sind so aufgewachsen, dass sie nicht mit anderen „Artgenossen“ konkurrieren mussten. Sie hatten genug Platz und sind daher rundherum „gleichmäßig schön“.

Ist schon spannend, was man in so einem „langweiligen“ Katalog so alles entdecken kann!

Ich habe übrigens die Preise mit Photoshop entfernt. Die sind ja eh nicht mehr aktuell und tun auch nix zu Sache.

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Gründünger

Mit dieser Methode schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Auf der einen Seite werden spezielle Pflanzen eingesät, die als organisches Material zur Verrottung vorgesehen sind. Sie sind, wie es der Name schon sagt, der grüne Dünger für die nachfolgenden Bepflanzungen. Anderseits wird mit ihrem Bewuchs besonders in den Wintermonaten der Boden vor Erosion und Nitrat-Auswaschung geschützt. Die Pflanzen fungieren als „Decke für den Winterschlaf“. Zudem kann man sie auf Beeten einsetzen, die man gerade Mal nicht benutzt und verhindert so, dass sich da unerwünschter Wildwuchs breit macht.

Als Gründünger kommen im Allgemeinen Pflanzen mit großer Blattmasse zum Einsatz. Das ist logisch, denn da hat man viel zum Verrotten. Besonders geeignet sind die Leguminosen. Das sind Stickstoffsammler wie Lupine und Klee. Die versorgen den Boden dann auch noch zusätzlich mit Stickstoff. Denn sammeln sie aus der Luft und speichern ihn in „kleinen Knöllchen“ an den Wurzeln. Im Sommer eignen sich Tagetes (Studentenblumen) zur Aussaat. Die sehen hübsch aus und wirken außerdem noch gegen die unliebsamen Fadenwürmer (die so gern an den Möhren naschen).

Wer es bunt mag, der kann sich auch eine Gründünger-Saatenmischung kaufen. Im Handel gibt es da reichlich Auswahl.

In der kalten Jahreszeit kann man winterharte Sorten wie Luzerne, Raps oder Weiß- und Rotklee anbauen. Alexandrinerklee ist zwar ebenfalls winterhart, aber den sollte man nicht an Stellen ausbringen, wo man später Erbsen oder Bohnen säen will.

Es gibt auch Gründünger-Erbsen. Die sind aber nicht winterhart und gehören ebenfalls nicht auf Beete, die später einmal mit Erbsen oder Bohnen bestückt werden.

Raps dagegen, ist nicht zu empfehlen, wo später einmal Kohlgewächse wachsen sollen.

Wer den Bienen etwas Gutes tun möchte, der greift zu Phacelia. Die gilt als Bienenweide und ist ein Tiefwurzler mit einer guten Blatt- und Wurzelmasse. Diese Pflanzen sind allerdings nicht winterhart.

Für einen trocknen Standort eignen sich Sonnenblumen als Gründünger. Die sind leider auch nicht winterhart, aber dafür etwas für das Auge und die Vögel.

Seradella ist ein weiterer Stickstoffsammler, der allerdings auch nicht winterhart ist. Dafür ist er aber für leichte Böden gut geeignet und kommt auch mit Trockenheit zurecht.

Gründünger ist also nicht gleich Gründünger. Hier muss man schon mal genau lesen, was auf der Samenpackung steht. Aber das gilt ja für alle anderen Samen auch und sollte nicht das Problem sein.

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Mulchen

Der aufgeschichtete Kompost braucht so seine Zeit, bis er verrottet ist. Wer es schnell und einfach haben will, der sollte sich aufs Mulchen verlegen. Das kommt den Vorgängen in der Natur ziemlich nahe. Eine Pflanze stirbt, fällt um und ihre organische Substanz kehrt in den Boden zurück.
Mulchen hat also viele Vorteile:

  • Dem Boden werden durch das Verrotten kontinuierlich Nährstoffe zugeführt
  • Die Wasserverdunstung wird durch die Mulchdecke reduziert
  • Der Boden wird vor Witterungseinflüssen (z.B. Windverwehungen oder Zerstörung der Krümelstruktur) geschützt
  • Die Schwankungen bei Feuchtigkeit und Wärme auf der oberen Bodenschicht sind relativ gering.
  • Das Bodenleben wird gefördert und aktiviert
  • Der Wuchs von Wildkräutern wird unterdrückt

Für das Mulchen sind besonders im Sommer viele unserer Gartenpflanzen sehr dankbar. Außerdem erspart es dem Gärtner viel Arbeit beim Hacken und Gießen.

Wie mulcht man?
Der Boden wird zuerst gelockert und von unerwünschtem Bewuchs befreit. Darauf gibt man eine Schicht des Mulchmaterials. Das kann aus kleingehäckselten Gartenabfällen, Kompost, verrotteten Stallmist, Rasenschnitt, Rinde, Stroh, Laub oder abgestorbenen Pflanzenteilen bestehen. Verwendet man Rinde oder Stroh, dann sollte man gleichzeitig Stickstoff zuführen, da beide Materialien den Boden „versauern“.

Unter Sträuchern und Bäumen kann die Mulchschicht schon mal 5 Zentimeter hoch sein. In den Beeten ist sie natürlich weniger dick. Wer Probleme mit Schnecken und Wühlmäusen hat, der sollte nur mit einer dünnen Schicht arbeiten, da sich die unerwünschten Gartenbewohner gern darin verstecken.
Im Herbst sollte man auf Mulchschichten aus Kompost, Stallmist und Rasenschnitt verzichten, da es sonst zum Auswaschen des Nitrats kommen kann.

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Dank Mulchen hat man mehr Zeit zum Ausruhen!

Der Kompost

Der Kompost ist, entgegen landläufiger Meinungen, kein einfacher Abfallhaufen. Wer damit richtig umgehen kann, der schafft sich die besten Voraussetzungen für eine gute Ernte.

Bei Mutter Natur verrotten die abgestorbenen Pflanzenteile dort, wo sie gerade liegenbleiben. Das kann man besonders gut im Wald an umgestürzten Bäumen beobachten. Für Garten ist diese Methode natürlich nicht geeignet. Wir überlassen diesen Vorgang keineswegs dem Zufall, sondern greifen regulierend ein.

Wer einen Komposthaufen anlegen will, der steht erst einmal vor der schwierigen Wahl, für welche Art er sich entscheiden soll. Es gibt im Handel eine Vielzahl von Kompostsystemen. Sie sind aus Metall, Holz oder Kunststoff. Wer genügend Platz hat, der kann sich auch für einen freien Komposthaufen entscheiden. Außerdem kann man sich auch Schnellkomposter, Thermokomposter und neuerdings auch Super-Komposter kaufen. Die letzten drei Modelle verkürzen die Verrottung erheblich, haben aber den Nachteil, dass sie in einem Arbeitsgang gefüllt werden sollten. Die meisten Gärtner wollen aber ihre Gartenabfälle nach und nach aufbringen. Dadurch wird der „Schnell-Effekt“ außer Kraft gesetzt und die teure Anschaffung lohnt sich kaum.

Für den „normalen“ Komposthaufen gelten folgende Regeln.

  • Der Platz sollte vor Sonne und Wind geschützt sein.
  • Ideal ist ein Platz am Gartenrand, möglichst unter Büschen (das Blätterdach schützt vor zu starker Sonneneinstrahlung). Allerdings sollte man den Abstand zum Nachbarn beachten, damit dieser nicht durch eventuell entstehende Gerüche belästigt wird.
  • Der Komposthaufen sollte immer kontakt zum offenen Boden haben. (Nicht auf einer Betonplatte anlegen)Wer Angst vor Bewohner hat, der kann unten ein Drahtgitter einziehen. Allerdings sollte das nicht nötig sein, denn ein verrottender Kompost entwickelt eine solche Wärme, die den unbeliebten Nagern unangenehm ist.
  • Günstig sind zwei Kammern oder Haufen. Einer davon wird frisch aufgefüllt, der andere wird „verwendet“. Somit hat man immer genügend reifen Kompost zur Verfügung.
  • Wenn der Kompost fault oder zu stark riecht, dann sollte man ihn umsetzen und mit etwas Steinmehl und groben Stoffen wie Stroh oder trocknen Rasenschnitt versetzen.
  • Beim Aufschichten des neuen (zweiten) Haufens gibt man immer etwas Kompost vom ersten Haufen mit hinzu. Man „impft“ den neuen Ansatz sozusagen mit den Bakterien, Würmern und Pilzen, die für die Verrottung zuständig sind.

Was gehört auf den Kompost?

  • Eigentlich alle organischen Gartenabfälle. (Vorsicht bei reifen Samenunkräutern oder „Wurzelvermehrern“ wie Giersch und Brennnessel)
  • Rasenschnitt – nicht in Mengen, weil er sonst „zusammenklebt“, sonst vorher antrocknen lassen
  • Gemüseabfälle*
  • Obstreste*
  • Zerkleinerte Eierschalen
  • Kaffee- und Teefilter
  • Holzasche von unbehandeltem Holz
  • Zerkleinerte Pappe (ohne großen Farbaufdruck)
  • Kleintiermist
  • *Bei Speiserensten und anderen Küchenabfällen besteht akuter Waschbärenalarm. (Die sehen zwar sehr putzig aus, können aber gerade im Obstgarten immensen Schaden anrichten)

Was ist mit dem Herbstlaub?

Bei richtig großen Mengen könnte es Probleme mit der Verrottung geben. Mit etwas Einsatz lässt es sich trotzdem kompostieren.

Zuerst wird das Laub mit dem Rasenmäher zerkleinert. Danach mischt man es mit Rasenschnitt. Beim Aufschichten sollte man es mit Hornspänen und Steinmehl versetzen. Als ungefähres Maß gilt: Pro Kubikmeter Laub etwa drei Kilogramm Hornspäne und Steinmehl.

Wann ist der Kompost reif?

Das ist natürlich abhängig vom Material. Im Allgemeinen dauert es längstens ein Jahr bis aus den unterschiedlichen Materialien eine einheitliche, gut riechende Erde geworden ist. Als Probe, ob keine unerwünschten Abbauprodukte vorhanden sind, kann man einen Kressetest machen. Dazu wird etwas Kresse in ein Schälchen mit Kompost ausgesät. Wenn diese wie erwartet wächst und gedeiht, dann kann man den Kompost auf die Beet ausbringen.

Muss man den Kompost umsetzen?

Hier scheiden sich die Geister. Manchmal wird es in der Literatur empfohlen, ein anderes Mal nicht. Ich schaffe es aus Zeitgründen nicht und er verrottet trotzdem.

Sind Kompostwürmer etwas anderes als Regenwürmer?

Ja, das sind sie. (Sie sind kleiner, schlanker und dunkler) Wurmkompost verrottet schneller, muss aber gegen Fraßfeinde der kleinen Helferlein abgesichert werden. Solche Würmer kann man sich bestellen (da gibt es eine „Pflegeanleitung“ dazu) oder beim Gartennachbarn eintauschen (der teilt seine Erfahrungen sicher gern).

wurmOben: ein (zugegeben recht kleiner) Regenwurm

Unten: ein Kompostwurm (sehr zapplig)

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Bodenanalyse und Zeigerpflanzen

Wer in punkto Nährstoffe auf Nummer sicher gehen will, der sollte seinen Boden einmal untersuchen lassen. Die Adressen für die Landwirtschaftlichen Untersuchungsanstalten und andere Bodenuntersuchungsinstitute findet man im Internet. Eine umfassende Bodenanalyse ist aber nicht ganz preiswert.

Im Frühjahr bieten auch viele Baumärkte und Gartencenter kostenlose Untersuchungen an. Da kann man schon mal mitmachen. Allerdings wird da nur nach den Hauptnährstoffen untersucht. Dazu kommt, dass man auch gleich noch den entsprechenden Dünger kaufen soll. Hier heißt es, im Fall der Fälle, hart bleiben und sich nicht beschwatzen lassen. (Wenn man das nicht will)

Wichtig ist bei der Entnahme der Bodenproben, dass man nicht einfach nur ein Schäufelchen Erde in sein Tütchen packt, sondern methodisch vorgeht.

  • Niemals nach dem frischen Düngen (auch organisch) untersuchen lassen.
  • Etwa an 15 verschiedenen Stellen im Garten (der vom Boden her optisch eine Einheit bildet) eine Probe nehmen.
  • Mit dem Spaten etwa 25 cm tief einstechen und ausheben.
  • Dann vom Rand mit einem Löffel etwas Erde abnehmen und in ein sauberes Gefäß geben.
  • Alle Proben gut mischen und etwa 500 g (Maximum) zum Untersuchung mitnehmen.
  • Beim Einschicken: gut verpacken, leserlich beschriften und eventuelle Beobachtungen schriftlich mitteilen.

Wem das zu viel Arbeit ist, der kann notfalls auch durch gute Beobachtungsgabe herausfinden, was dem Boden fehlt. Dazu dienen die sogenannten Zeigerpflanzen. (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Zeigerpflanze)

Weitere Beispiele:
Saurer Boden: Hundskamille, Adlerfarn, Hederich
Alkalischer Boden: Wiesenstorchschnabel, Ackerstiefmütterchen, Wegwarte

Ausführliche Informationen zum Thema findet man auch unter: http://www.bio-gaertner.de/Verschiedenes/Zeigerpflanzen-Indikatorpflanzen.

huflattich

 

Huflattich als Zeigerpflanze für kalkreichen Boden.

Spurenelemente und Holzasche

Neben Stickstoff, Kalk und anderen Nährstoffen benötigen unsere Pflanzen auch etliche Spurenelemente zum Wachsen. (Da geht es ihnen nicht anders als uns Menschen)
Diese Spurennährelemente, wie sie korrekt heißen, sollten nur in geringen Mengen zugeführt sein. Eine zu große Konzentration davon schädigt die Pflanzen.

Meist ist es so, dass diese Spurenelemente nicht einfach fehlen, sondern aufgrund ungünstiger Bodenverhältnisse von den Pflanzen nicht aufgenommen werden können. Eine Ursache kann ein unausgewogener pH-Wert des Bodens sein. Daher macht es Sinn, die Spurennährelemente per Blattdüngung zuzuführen. Dabei wird der Dünger in Wasser aufgelöst und über die Blätter gegossen. Oft hilft es aber auch schon, wenn man einem zu hohen pH-Wert entgegenwirkt. Dann können die entsprechenden Nährstoffe auch über die Wurzeln aufgenommen werden, denn sie stehen dann wieder zur Verfügung.

Die wichtigsten Spurennährelemente, ihre Aufgaben und ihre Mangelerscheinungen sind:

  • Eisen – Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß, Atmung – Chlorosen beginnen an den jüngeren Blättern – Blattadern bleiben grün
  • Mangan – Aufbau von Chlorophyll und Eiweiß –punktförmige Chlorosen zwischen den Blattadern der mittleren und älteren Blätter
  • Zink – Bildung von Chlorophyll und Auxin (Wachstumsregulatoren) – Chlorosen an den jüngeren Blättern
  • Kupfer – Aktiviert Chlorophyllaufbau und Photosynthese – Chlorose und Weißfärbung der jüngsten Blätter
  • Bor – Aufbau der Zellwände, fördert Blüten und Früchte – ähnlich Ca-Mangel, Blüten und Früchte verkrüppelt
  • Molybdän – fördert Nitrat-abbau in der Pflanze und die Stickstoffbindung – Chlorose jüngerer Blätter

Wie man nachlesen kann, ähneln sich die Symptome der einzelnen Mangelerscheinungen von Nähr- und Spurennährelementen recht stark. Für den Laien ist es oft schwer zu unterscheiden, woran es denn nun liegt, dass es im Garten nicht so leidlich vorangehen will. Klarheit könnte einmal eine Bodenuntersuchung bringen.
Im Biograten kann man dem Mangel an Spurenelementen mit Holzasche abhelfen. Diese enthält zudem Kalk und Kali und ist außerdem noch pilz- und fäulnishemmend.

Holzasche kann man ganz einfach herstellen, indem man Zweige und Äste bei einem Lagerfeuer verbrennt. Es versteht sich von selbst, dass auf so ein Feuer keine behandelten Bretter oder ähnliches gehören. Hier sollte nur naturbelassenes Holz zum Verbrennen genommen werden. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, der verzichtet sogar auf den beliebten Kohlenanzünder, sondern versucht seine Flammen mittels einfachen Zeitungspapier anzuzünden. Das ist kaum behandelt und hinterlässt kaum Rückstände, denn die Druckerschwärze wird heutzutage aus Ruß-Pigmenten hergestellt. Holglanzillustrierte sind dagegen weniger geeignet. Sie enthalten meist Schwermetalle und weitere giftige Zusätze. Dagegen kann man einen unbehandelten Karton schon mal mit aufs Feuer legen. Der darf auch wie die Tageszeitung in Schwarz-Weiß mal auf die Beete zur Unkrautbekämpfung oder ähnlichen Experimenten.

 

feuer

Schwefel

Schwefelmangel ist eigentlich recht selten anzutreffen. Steht deinen Pflanzen zu wenig Schwefel zur Verfügung, dann können die Symptome ähnlich wie beim Stickstoffmangel aussehen. (Vergilbungen = Chlorosen). Allerdings treten diese zuerst an den jüngeren Blättern auf. Schwefelmangel hemmt den Eiweißaufbau. Weil der Schwefel auch noch zahlreiche Stoffwechselvorgänge fördert, verlangsamen sich diese ebenfalls. Außerdem ist dieser Nährstoff ein wichtiger Bestandteil von spezifischen Verbindungen, die die durch die Pflanzen aufgenommenen Schwermetalle ausfällen, sodass sie im menschlichen und tierischen Organismus nach dem Verzehren keinen Schaden anrichten. Einige dieser Stoffe schützen die Gewächse auch gegen einen möglichen Insektenfraß. Beispiele dafür sind Senf und Zwiebeln.

Ein Schwefelüberschuss im Boden hat kaum Auswirkungen. Das Rauchgas in der Luft hat allerdings einen hohen Schwefeldioxidgehalt. Der kann manche Pflanzen schädigen und ist schlussendlich auch für das Waldsterben verantwortlich. Besonders sensibel reagieren übrigens Buschbohnen auf einen Überschuss an Schwefeldioxid. Sie reagiert mit scharf abgegrenzten Blattnekrosen.

Für die Landschaftsgärtner weisen die Baumschulen in ihren Katalogen Gehölze mit dem Vermerk für innerstädtisches Klima geeignet aus. Wer einen Garten mitten in der Stadt besitzt, der sollte sich in diese Richtung hin auch schon mal beraten lassen.

Auf eine Schwefeldüngung kann im Allgemeinen verzichtet werden. Es liegt als Sulfat im Boden vor und kann auch als Schwefeldioxid über die Spaltöffnungen aus der Luft aufgenommen werden. (Daher auch die negativen Auswirkungen von Rauchgas.)

verkhrsbegleitgruen

Für Straßenbäume, die einer eheblichen SO2-Belastung ausgesetzt werden, gibt es spezielle Empfehlungen. So wie hier im BdB Handbuch Gehölzsortimente.

Die neueste Auflage dieses Buches (Ich habe noch eine von 1992 – aber die reicht mir auch) gibt es hier http://www.amazon.de/BdB-Handbuch-Geh%C3%B6lzsortimente-Gr%C3%BCn-ist-Leben/dp/3704022233/