Kategorie-Archiv: Grundlagen – Wissen für Gärtner

Calcium

Dieses Element kennen viele von uns noch als Kalzium. Laut der IUPAC-Norm, wird es aber mit C geschrieben. Abgesehen davon bringt es sich uns oft noch in einer etwas abgewandelten Form als Kalkstein in Waschmaschine und Wasserkocher in Erinnerung.

Bei den Pflanzen wirkt Calcium als ein wichtiger Baustein für die Zellwände. Im Erdreich ist es unter anderem für die Bodengare verantwortlich. Darunter versteht man einen idealen Boden, der optimale Bedingungen für das Pflanzenwachstum bietet. Das sind ein angemessener pH-Wert (für die meisten Gewächse 6-7), eine gute Krümelstruktur (mit genügend Luft), die Fähigkeit Wasser zu speichern und zahlreiche Bodenlebewesen.

Fehlt das Calcium, dann bilden die Pflanzen nicht genug Wurzeln aus und wachsen ungenügend. Als Mangelsymptome erscheinen zuerst einmal Chlorosen (Verfärbungen) an den jüngeren Blättern. Denen folgen wie üblich die Nekrosen. Die Pflanze stirbt sozusagen „von oben herab“ ab. Ein sicheres Zeichen für den Calciummangel ist auch das Abknicken von Trieben und Blütenstielen. Äpfel reagieren mit braunen Flecken im Fruchtfleisch und Tomaten mit schwarzen Flecken an den Fruchtspitzen.

Ein eventueller Calciumüberschuss lässt sich direkt nicht erkennen. Er könnte aber die Verfügbarkeit der anderen Nährelemente negativ beeinflussen.
Als klassische Dünger werden Kalkdünger empfohlen. Diese erhöhen einmal den pH-Wert des Bodens und sichern gleichzeitig die Versorgung mit Calcium. Kalk sollte nicht gemeinsam mit Stallmist gegeben werden, da sonst ein großer Teil des Stickstoffes im Mist als Gas entweicht. Bekannte Ausführungen des Kalkdüngers sind: Kohlensaurer Kalk (geringe Überdüngungsgefahr), Branntkalk (ätzend, Überdüngungsgefahr), Löschkalk (schnell wirkend, für schwere Böden), Hüttenkalk (langsam wirkend, für leichte Böden) und Algenkalk (vermahlenes Pflanzenmaterial, für leichte Böden).

Für Biogärtner empfehlen sich die Varianten Gesteinsmehl oder Algenkalk. Eierschalen und das Wasser vom Eierkochen sind weitere Möglichkeiten der Kalkzufuhr.

Aber nicht vergessen: Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Azaleen und Co. mögen keinen Kalk!

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Magnesium

Ohne dieses Element bekommen die Pflanzen Probleme bei der für sie lebenswichtigen Photosynthese. Es dient als Baustein für das Chlorophyll (grüner Blattfarbstoff) und fördert verschiedene Stoffwechselvorgänge und die Wurzelbildung. Fehlt Magnesium, dann finden wir an den Blättern wieder einmal Chlorosen (Vergilbtes) und Nekrosen (Abgestorbenes). Diesmal beginnen sich die Mangelsymptome allerdings von innen nach außen auszubreiten. Dabei blieben die Blattadern allerdings grün. Darum lässt sich ein Magnesiummangel recht deutlich erkennen.

Eine Überdüngung mit Magnesium kommt in der Praxis kaum vor und würde auch keine größeren Schäden hervorrufen.

Meist haben die Böden zu wenig von diesem Stoff, da er leicht ausgewaschen wird. Bei gravierendem Magnesiummangel empfiehlt sich Bittersalz. Das Magnesiumsulfat zeigt eine schnelle Wirkung und ist zur Blattdüngung geeignet. Entgegen der landläufigen Meinung brauchen Nadelbäume und Koniferen nicht in jedem Jahr eine geballte Ladung Bittersalz.

Will man beim Düngen auf biologisches Material zurückgreifen, dann hat man es nicht so ganz einfach. Die Auswahl ist nicht gerade üppig. Besonders viel Magnesium finden wir in Algendünger.

Wer sich seine Dünger und Jauchen selbst herstellt, der kann dem Sud beim Ansetzen einige zerkleinerte Zwiebelschalen zugeben. Diese enthalten u.a. Magnesium, Kalzium und Kalium.

Auch wenn es komisch klingt, Bananenschalen sind ein äußerst ergiebiger Dünger. Sie enthalten  Kalium, Magnesium, Phosphat und andere Spurenelemente. Man schneidet sie einfach in kleine Stücke und arbeitet sie in den Boden ein. Natürlich kann man sie auch auf den Kompost geben.

gruenGarantiert kein Magnesiummangel 🙂

Kalium

Kalium bildet eine Ausnahme im Vergleich mit den anderen Hauptnährelementen. Es wird überwiegend in den Zellzwischenräumen gespeichert und sorgt so für die osmotische Saugkraft der Zelle. Somit ist es für die Wasseraufnahmefähigkeit und den Verdunstungsschutz der Pflanzen zuständig.

Kalium trägt zur Festigung des Pflanzengewebes bei und ist somit auch für die Standfestigkeit und die Resistenz gegenüber pilzlichen und saugenden Schädlingen verantwortlich. In feste zellewände können die Pilze nicht so schnell eindringen. Weil dank Kalium zudem der Gehalt an löslichen Zuckern in den Zellen zurückgeht, sind diese nicht mehr so interessant für bestimmte Insekten. Alle Obstsorten, Kartoffeln, Möhren und auch Rüben profitieren von einem ausgewogenen Kaliumhaushalt.

Bei Kaliummangel macht die Pflanze einen welken Eindruck, denn die Wasseraufnähme ist gestört. An den Rändern der älteren Blätter kann man zuerst Vergilbungen erkennen. Diese werden als Chlorosen bezeichnet. Später sterben diese Stellen dann ab. Das nennt man dann eine Nekrose. Neben diesen offensichtlichen Symptomen kann es auch zu einer mangelnden Standfestigkeit, einem erhöhten Schädlingsbefall und geringerer Frosthärte kommen.

Hat man zu viel Kalium im Boden, dann kommt es zu „Verbrennungen“, den sogenannten Salzschäden. Die Blätter der Pflanzen sind oft hellgrün und unglichmäßig. Meist kommt es auch zu Wurzelschäden und das Gewächs macht imsgesamt einen ungesunden Eindruck.

Wer sich Kaliumdünger aus dem Handel besorgt, der sollte unbedingt darauf achten, dass er für chloridempfindliche Pflanzen nicht einen Dünger mit einem hohen Chloridanteil benutzt. Kartoffeln, Wein, Obst, Beerenobst, Möhren, Gurken, Zwiebeln, Radieschen, Lauch und viele Zierpflnazen nehmen das ziemlich übel. Besser ist es, wenn man in diesen Fällen einen chloridfreien Flüssigdünger einsetzt.

Vor Einsatz des chemischen Düngers, sollte man aber zuerst einmal überprüfen ob es sich nicht nur um einen „normalen Wassermangel“ handelt, der die Pflanzen so schlaff aussehen lässt. In dem Fall hilft einfach nur gießen.

Für alle Freunde der biologischen Düngung empfehlen sich:

  • Holzasche
  • Beinwelljauche und Adlerfarn/Wurmfarn-Jauche
  • abgelagerter Mist (Hühnerdung, Kaninchenmist oder Pferdedung vom örtlichen Reiterhof)

apfel

Hauptnährelement: Phosphor

Für die Bildung von Blüten und Früchten brauchen die Pflanzen einen bestimmten Anteil an Phosphor. Außerdem ist dieses Element im Boden für die Krümelbildung zuständig. Fehlt es, dann haben die Pflanzen ein langsameres Wachstum und bilden weniger und kleinere Blüten und Früchte aus. Beim flüchtigen Hinsehen scheinen die Symptome, denen des Stickstoffmangels zu gleichen. Einen Unterschied kann man daran erkennen, dass die Blätter nicht vergilben. Sie können sogar recht dunkel wirken oder an der Unterseite einen rötlichen Schimmer bekommen. Ansonsten wirken sie recht starr in ihrer Haltung. Die Mangelsymptome treten auch hier zuerst an den älteren Blättern auf.

Im Garten haben wir bei einem Phosphorüberschuss kaum direkte Einwirkungen auf die Pflanzen zu fürchten. Ist im Boden gleichzeitig wenig Stickstoff, dann reagieren die überschüssigen Anteile des Elements mit den Spurenelement Eisen und Zink. Es entstehen Phosphatverbindungen, die zu Eisen- und Zinkmangel führen und am Ende doch wieder zu Wachstumsstörungen führen. Ohne eine ordentliche Bodenanalyse kann man in diesem Fall aber erst einmal im Dunkeln tappen.
Der Phosphor hat leider noch eine weitere unangenehme Eigenschaft. Aus unseren Haushalten (z.B. Waschmittel) gelangt er in die Flüsse und Seen. Dort sorgt er für ein überdimensionales Algenwachstum. Wenn diese nach ihrem Lebenszyklus absterben, werden sie von den Bakterien zersetzt. Viele Algen bedeuten, dass sich die Bakterien unverhältnismäßig stark vermehren. Die Überpopulation verbraucht im Verhältnis zu viel von dem Sauerstoff, der sich im Wasser befindet. Damit reicht das Angebot nicht mehr für die vorhandenen Fische, Pflanzen und weitere Lebewesen. Dadurch sterben diese nach und nach am Sauerstoffmangel. Dieser Vorgang wird als „das Gewässer kippt um“ bezeichnet.

Eine Möglichkeit dem Boden Phosphor ohne chemische Keule zuzuführen besteht in der Verwendung von Knochenmehl. Das ist ein organischer Dünger, der aus Knochenabfällen von Schlachthöfen hergestellt wurde.

Phosphor

Hauptnährelement: Stickstoff

Der Stickstoff ist für das allgemeine Wachstum der Pflanzen verantwortlich. Alle die Gewächse, die besonders viel Blattmasse bilden oder stark wachsen, benötigen eine große Menge davon. Im Gemüsegarten sind das zum Beispiel Tomaten, Gurken und Kohl.

Zum Glück kommt der Stickstoff neben Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff mit am häufigsten im Boden vor. Es gibt sogar Bakterien, die dieses Element aus der Luft binden. Die sogenannten Knöllchenbakterien leben unter anderem mit Bohnen, Erbsen, Wicken und Lupinen in Symbiose.
Daher wird die Lupine auch gern als Gründünger eingesetzt. Sie wird vor der Bestellung der Beete  einfach untergegraben. So bleibt der gesammelte Stickstoff im Boden. Außerdem sorgt die Blattmasse für organische Düngung.

Leider hat der Stickstoff einen großen Nachteil. Er wird sehr gern und schnell im Boden „ausgewaschen“.

Fehlt der Stickstoff im Boden, dann kommt es bei den Pflanzen zu Mangelerscheinungen. Die treten zuerst an den älteren Blättern auf, die am Anfang nur etwas heller erscheinen. Danach werden sie gelb und fallen sogar ab. Die neuen Blätter sind zum Beginn zwar noch schön grün, zeigen aber nach einiger Zeit ebenfalls die beschriebenen Symptome. Die Pflanze kümmert im Allgemeinen und blüht oft zeitig und recht klein. Man spricht dann von einer sogenannten Notblüte.

Weil viel nicht immer viel hilft, kann es auch zu einem Stickstoff-Überschuss kommen. Den erkennt man an einem übertrieben üppigen Wachstum mit sehr großer Blattmasse. Die wirkt allerdings nicht fest und gesund, sondern schwammig und weich. Damit verringert sich die Standfestigkeit der Pflanzen, sie sind anfälliger gegenüber Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall und haben eine geringere Frostresistenz. Außerdem sammelt sich in diesem Fall mehr Nitrat als gewöhnlich in den Pflanzen an. Das ist ein Effekt, den man bei selbst gezogenem Gemüse nicht unbedingt erzielen möchte.

Was ist bei der Stickstoff-Düngung zu beachten:

  • Nicht überdüngen
  • Gründungpflanzen (Lupine) im Frühjahr einarbeiten
  • Boden nicht brachliegen lassen (Auswaschungsgefahr), daher Zwischenfrüchte anbauen
  • Stallmist oder Kompost im Frühjahr einarbeiten (sonst Auswaschung)
  • Organische Dünger brauchen länger, um zu wirken

Wer nicht auf chemischen Dünger verzichten mag: lieber mehrere kleine Gaben über einen längeren Zeitpunkt als eine größere Düngeaktion.
Wer seinen Boden gut beobachtet, kann auch am Bewuchs durch die Wildkräuter erkennen, ob in der Erde genug Stickstoff ist. Zeigerpflanzen können zumindest einen ersten Überblick geben.

  • stickstoffreich: (Große) Brennnessel, Hahnenfuß, Kletten-Labkraut, Kreuzkraut, Kerbel, Melde, Vogelmiere
  • stickstoffarm: Ackerschachtelhalm, Hundskamille, Mauerpfeffer, Wilde Möhre, Vogelknöterich

vogelmiere

Vogelmiere : schmeckt übrigens sehr lecker!

Nährstoffe, Bodenlebewesen und Co

Der Gartenboden besteht natürlich nicht nur aus den mineralischen Bestandteilen und dem Wasseranteil. Für das Gedeihen der Pflanzen sind auch noch solche Faktoren wie die organischen Bodenbestandteile, die vorhanden Nährstoffe und die Bodenlebewesen wichtig.

Zu den organischen Bestandteilen des Bodens zählt die Bodenflora. Das sind beispielsweise Bakterien, Pilze, Algen und Flechten. Eine positive Wirkung der Mikroorganismen ist das Binden des Stickstoffs, sodass er den Pflanzen zur Verfügung steht. Anderseits können sie die Pflanzen aber auch befallen und schädigen. Wie immer kommt es auf die richtige Mischung an.

Das gilt natürlich auch für die Bodenlebewesen. Manche davon sehen wir gar nicht gern, wie die Nematoden oder die Ameisen. Über andere dagegen kann man sich freuen. Regenwürmer sind die besten Helfer, die sich der Gärtner nur vorstellen kann. Sie zersetzen die organischen Bestandteile und durchmischen den Boden. Dabei durchlüften sie das Erdreich und fördern den Gasaustausch und die Wasserführung. So entstehen ideale Bedingungen für das Pflanzenwachstum.

Ich selbst habe einmal einen Garten übernommen, dessen Vorbesitzer durch den Einsatz von Chemie nahezu jegliches Bodenleben zerstört hatte. Es hat viele Anstrengungen gekostet und auch eine ganze Zeit gedauert, bis ich wieder von „gesunden Bodenverhältnissen“ sprechen konnte. Bis dahin wurde jeder gefundene Regenwurm mit großer Freude begrüßt und äußerst sorgsam behandelt.

Werden die organischen Bestandteile durch die Bodenlebewesen zersetzt, dann werden die darin enthaltenen Nährstoffe frei. Diese mehr oder weniger umgewandelte Substanz bezeichnet man als Humus. Der wird umso schneller abgebaut, je intensiver ein Boden bearbeitet wird. Bei einem guten Boden sollte aber ein Gleichgewicht von Mineralstoffen und Humus bestehen. Daraus folgt, dass man dem Boden, wenn er ständig bearbeitet wird, auch immer wieder neue organische Bestandteile zuführen sollte. Das ist besonders beim Gemüseanbau im heimischen Garten zu beachten. Stallmist, Kompost und Gründüngung sind hier vernünftige Lösungen.

Als Hauptnährelemente für die Pflanzen werden Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel genannt. Dazu kommen noch verschiedene Spurennährelemente. Wie es um den persönlichen Gartenboden bestellt ist, das kann man am besten bei einer Bodenuntersuchung feststellen lassen. Viele Gartencenter bieten im Frühjahr sogar kostenlose Untersuchungen an. Natürlich wollen sie ihre Düngemittel verkaufen. (Aber man muss sich ja nicht unbedingt darauf einlassen.) Proben von seinem Gartenboden, kann man aber auch einschicken und kostenpflichtig untersuchen lassen. Die Landwirtschaftskammer NRW bietet beispielsweise einen besonderen Bodenuntersuchungs-Service für Haus- und Kleingartenbesitzer an. Wer seinen Garten gut beobachtet, der kann auch anhand der Zeigerpflanzen erkennen, welche Nährelemente in seinem Boden fehlen oder ausreichend vorhanden sind.

  • Auf nährstoffarmen Böden wachsen Arnika, Blutwurz und Teufelsabbiss.
  • Nährstoffreiche Böden zeigen Bärenklau, Große Brennnessel, Kornblume, Löwenzahn, Taubnessel (rot und weiß), Vogelmiere und Zaunwinde an.
  • Auf kalkarmen Böden finden wir Hasenklee, Sauerampfer, Wiesenknopf und Wildes Stiefmütterchen.
  • Ackersenf, Feldrittersporn und Ysop stehen für einen kalkreichen Boden.

Noch mehr Infos über Zeigerpflanzen gibt es unter http://www.bio-gaertner.de/Verschiedenes/Zeigerpflanzen-Indikatorpflanzen

Über die Aufgaben der einzelnen Nährstoffe werden wir uns noch einmal gesondert Gedanken machen.

Auf keinen Fall sollte man aber auch den ph-Wert des Bodens außer Acht lassen. Der hat ebenfalls einen großen Einfluss auf das Pflanzenwachstum. Damit wird die Konzentration der Wasserstoff-Ionen in einem Liter Bodenlösung bezeichnet. Im Allgemeinen ist auch bei Gartenneulingen bekannt, das Rhododendron einen sauren Boden mag, ohne dass man genau weiß was genau damit gemeint ist. Das bedeutet, dass der pH-Wert des Bodens unbedingt unter 7 liegen sollte. Der Wert 7 steht für einen neutralen Boden. Oberhalb davon spricht man von alkalischen Verhältnissen. Die meisten Pflanzen lieben einen neutralen bis schwach sauren Gartenboden. Sauer bis 4,5 mögen beispielsweise der schon erwähnte Rhododendron, Heidelbeeren und Kiwi.

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Bildquellenangabe: M.Großmann / pixelio.de

Sonne, Mond und … Wind

Neben dem Boden (zu dem kommen wir auch noch etwas ausführlicher) hat auch das Klima einen entscheidenden Einfluss auf den Garten. Wir leben hier in den sogenannten gemäßigten Breiten. Die zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Allgemeinen von 4 Jahreszeiten geprägt werden. Diese Einteilung ist aber nur bedingt nützlich für den Gärtner, denn sie ist viel zu grob.

Uns interessiert das vorhandene Kleinklima. Das Wachstum der Pflanzen speilt sich, wenn wir von den Bäumen mal absehen, in einer bodennahen Schicht von bis zu 2 Metern oberhalb der Erdkruste ab. Dieser Bereich unterliegt vielen verschieden Einflüssen. Gebäude, Hecken, Mauern und sogar Bodenerhebungen können das Kleinklima maßgeblich verändern.
Darum ist es ratsam, wenn man sich einmal im Verlauf des Jahres Notizen über die klimatischen Bedingungen im Graten macht.

Diese könnten beispielsweise solche Angaben enthalten:

  • Wo schmilzt der Schnee zuerst? (Das ist im Frühjahr die wärmste Stelle und vielleicht der Platz für ein Frühbeet oder die ersten Frühlingsboten.)
  • Welche Stellen bescheint die Sonne während der verschiedenen Monate am längsten?
  • Wo ist es besonders warm?
  • Welche Bereiche sind besonders schattig?
  • Wo hat man den Eindruck, dass es immer etwas kühl ist?
  • Welche Stellen im Garten sind besonders windig? Trocknen diese auch besonders schnell aus?
  • Wo ist es am trockensten?
  • Wo ist der Boden am feuchtesten?
  • Liegt irgendwo besonders viel Laub?
  • An welcher Stelle ist der Boden im Herbst oder Winter zuerst gefroren?
  • Fällt dir sonst noch etwas auf? (Schau dir deinen Garten an, als würdest du ihn zum ersten Mal sehen.)

Ich denke, diese Fragen helfen schon sehr, um für die geplante Anpflanzung eine optimale Pflanzenauswahl treffen zu können. Auch wenn wir einen kleinen Garten haben, heißt das noch lange nicht, dass man auf dem Gelände überall die gleichen Bedingungen findet. Darum macht es auch Sinn sich in seinen Gartenplan, die einzelnen Zonen einzuzeichnen.

Warum soll man aber auf den Mond achten?
Ein Garten in der Nacht übt einen besonderen Zauber aus. Wer es romantisch wünscht, der kann schon mal schauen, in welchen Nächten die Stellen im Graten ins rechte Licht gerückt werden.

Laub

 

 

 

 

 

Wir haben inzwischen den Boden grob nach seiner Substanz eingeteilt und wissen auch, welche Klimafaktoren die verschiedenen Bereiche beeinflussen. Trotzdem müssen wir uns noch einmal mehr mit dem Gartenboden befassen. Für das Pflanzenwachstum sind die Nährstoffe und die Bodenlebewesen weitere entscheidende Faktoren. Die sollte man vor dem Erstellen eines genauen Planes ebenfalls berücksichtigen. Damit geht es im nächsten Beitrag weiter.

Der Gartenboden

Als den wahrscheinlich wichtigsten Faktor beim Gärtnern kann man sicher den Boden nennen. Bevor man sich Gedanken über die Gestaltung und das Pflanzen macht, sollte man sich seinen Gartenboden einmal genauer ansehen. Sicher ist es möglich, auch ganz entgegen den vorherrschenden Bedingungen zu planen und zu arbeiten. Das zieht aber eine ganze Menge an Aufwand nach sich. Hier muss man mit erheblichen finanziellen und zeitlichen Kraftanstrengungen rechnen. Und selbst das garantiert nicht das gewünschte Ergebnis.

Halten wir uns lieber an die von der Natur  gegebenen Tatsachen.

Als Boden an sich, wird die obere Verwitterungsschicht der Erde bezeichnet. Sie besteht aus verschiedenen Mineralien und ist mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzt. Spezielle Eigenschaften rechtfertigen die Unterscheidung der Bodenarten in schwere und leichte Böden. Diese Einteilung begründet sich erst einmal durch die Korngrößen der mineralischen Anteile. Um herauszubekommen, welchen Boden man in seinem Garten hat, kann man die Fingerprobe machen.

Dazu nimmt man etwas angefeuchteten Boden und zerreibt ihn zwischen den Fingern.

Ist die Körnung gut sichtbar und haftet nicht weiter an den Finger, dann handelt es sich um Sandboden. Den kann man nicht zu haltbaren Kügelchen formen, denn er hält nicht zusammen.

Fühlt sich die Probe klebrig an und sind die einzelnen Bestandteile nicht sichtbar, dann hat man einen Tonboden. Den kann man recht gut zu Kugeln formen, die nicht gleich zerfallen.

Das sind die beiden Extreme beim Gartenboden. Das Mittelding dazwischen wird als Schluff bezeichnet. Selbstverständlich gibt es unendlich viele Abstufungen zwischen den genannten Bodenarten. Selbst innerhalb eines Gartens können verschieden Arten von Böden auftreten.

Das sollte man bei der Planung zur Bepflanzung seines Grundstücks beachten. Die Pflanzen haben oft recht unterschiedliche Bodenansprüche. Will man viel Freude und wenig Stress, dann hält man sich an deren Vorlieben.

Die einzelnen Bodentypen weisen durch die abweichende Körnung der festen Bestandteile auch noch weitere Eigenschaften auf:

Sandboden Tonboden
Wasser Versickert schnell (gut bei starkem Regen) Trocknet schnell aus (weniger gut in heißen Sommern) Versickert langsam (Gefahr von Staunässe) Speichert  auch im Sommer das Wasser recht lange
Wärme Erwärmt sich schnell, Kühlt sich schnell ab Erwärmt sich langsam, Kühlt sich langsam ab
Nährstoffe Geringer Nährstoffgehalt (werden schnell ausgewaschen) Hoher Nährstoffgehalt
Sonst noch was Wird leicht durchwurzelt, Lässt sich leicht bearbeiten,
daher „leichter“ Boden
Wird schwer durchwurzelt, Lässt sich schwer bearbeiten,
daher „schwerer“ Boden

 

An frostfreien Tagen sollte man sich (wenn man es noch nicht getan hat) mal seinen Gartenboden genauer ansehen.  Kennt man die Eigenschaften seines Bodens, kann man von Haus aus auf solche Pflanzen zurückgreifen, die sich dort recht wohl fühlen. Das spart Arbeit, Stress und Geld.

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