Kategorie-Archiv: Vorgestellt – Pflanzen geben sich die Ehre

Die Zaubernuss

– ist nicht nur im Winter ein echter Augenschmaus,

sondern punktet oft auch mit einer leuchtenden Herbstfärbung.

Zugegeben: Blühende Zaubernüsse sind die Attraktion im winterlichen Garten. Die Sträucher zeigen bei mildem Wetter bereits ab Anfang Januar ihren leuchtend gelben bis roten Blütenflor.

Die Blüten der Zaubernuss entfalten erst vor einem grünen Hintergrund ihre volle Leuchtkraft

„Witch Hazel“ – „Hexenhasel“ – nennen die Engländer die Zaubernuss (Hamamelis). Ein passender Name: Außerhalb der Blütezeit braucht man schon einen Blick dafür, um sie von einer normalen Haselnuss unterscheiden zu können. Wenn die Pflanze aber mitten im Winter ihre fadenartigen, leuchtend gelben bis roten Blütenblätter zeigt, erscheint sie wie verzaubert. Botanisch hat die Zaubernuss mit der Haselnuss nichts gemein. Sie gehört zur Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae), während die Haselnuss ein Birkengewächs (Betulaceae) ist. Auch der Preis macht den Unterschied: Ein 60 bis 100 cm großer Haselnuss-Strauch ist schon für ein paar Euro zu haben, für ähnlich große Zaubernuss hingegen muss man 25 bis 30 Euro bezahlen. Grund: Die edlen Sträucher wachsen sehr langsam und die Gartensorten müssen zur Vermehrung in einem sehr aufwendigen Veredlungsverfahren auf vier Jahre alte, aus Samen vermehrte Jungpflanzen der Virginischen Zaubernuss gepfropft werden.

Von der Zaubernuss gibt es insgesamt vier Wildarten, von denen zwei – die herbstblühende Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) und die Frühlings-Zaubernuss (Hamamelis vernalis) – in Nordamerika heimisch sind. Die Japanische (Hamamelis japonica) und die Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis) stammen, wie die Namen verraten, aus Ostasien.

DIE BESTEN SORTEN

‚Jelena‘ trägt intensiv leuchtende orangerote Blüten. Die Blütenblätter werden zur Spitze hin meist heller, sind außergewöhnlich lang und entfalten sich sehr früh. Mit ihrer scharlachroten Laubfärbung bietet die Sorte auch im Herbst ein prächtiges Schauspiel.

Zaubernuss ‚Pallida‘ (Hamamelis x intermedia)

‚Pallida‘ gilt als eine der besten gelben Sorten. Sie trägt große, schwefelgelbe Blüten mit intensivem Duft und sehr guter Fernwirkung. ‚Pallida‘ öffnet als eine der frühesten Sorten in milden Regionen oft schon in der Weihnachtszeit ihre Knospen.

‚Diane‘ zeigt den intensivsten Rotton aller Hamamelis-Sorten. Die weinroten Blütenblätter werden zur Basis hin braunrot und entfalten sich meist erst im Februar. Im Herbst färbt sich das Laub orangegelb bis scharlachrot.

‚Primavera‘ hat sich als sehr zuverlässige, blütenreiche Selektion bewährt. Sie trägt mittelgroße, goldgelbe Blüten mit ganz leicht gekräuselten Blütenblättern und zählt ebenfalls zu den frühen Sorten.

RICHTIG IN SZENE GESETZT

Die edlen Sträucher sollten immer einzeln oder – mit ausreichend Abstand – als kleine Gruppen gepflanzt werden. Für die Gruppenpflanzung verwendet man am besten Sorten mit unterschiedlichen Farbtönen. Damit die vier bis fünf Meter breite, trichterförmig ausladende Krone gut zur Geltung kommt, muss man langfristig pro Pflanze 16 Quadratmeter Standfläche einplanen. Da etliche Jahre ins Land gehen, bis die Zaubernuss diesen Raum ausfüllt, sollten Sie zunächst in ausreichendem Abstand ein paar kleinere Gehölze als Lückenfüller dazu pflanzen.

Als Hintergrund für eine freistehende Zaubernuss sind immergrüne Gehölze wie zum Beispiel eine Eiben- oder eine Kirschlorbeerhecke zu empfehlen – die Blütenfarben leuchten dann besonders intensiv.

Mit einer Unterpflanzung muss man bei Zaubernüssen sehr vorsichtig sein. Konkurrenzstarke Bodendecker sind für die schwach wachsenden Sträucher nicht optimal, denn sie graben den Wurzeln leicht das Wasser ab. Unterpflanzen Sie daher nur Zaubernüsse, die schon seit ein paar Jahren eingewachsen sind, mit verträglichen Bodendeckern wie Kleinem Immergrün (Vinca minor) oder Golderdbeere (Waldsteinia ternata). Bis zum Einwachsen können kleine Zwiebelblumen wie Strahlen-Anemone (Anemone blanda), Traubenhyazinthe (Muscari botryoides) oder Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) den kahlen Wurzelbereich auflockern.

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