Kategorie-Archiv: Projekte & Pläne

Pflegeleichte Staudenbeete

Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz hat in ihrem letzten Rundbrief einen tollen Artikel über Staudenbeete, die kaum Arbeit machen, veröffentlicht. Für alle die wenig Zeit haben ist so eine Anlage sicher genau das Richtige. Ich werd da garantiert etwas passendes finden.

Profis haben für Parkanlagen, Verkehrskreisel, Gewerbe- und Wohngebiete Pflanzkonzepte entwickelt, die hauptsächlich aus Stauden bestehen und richtig angelegt mit einem Minimum an Pflege auskommen.

Hier geht es zum Artikel:

http://www.gartenakademie.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/561ae14211da8d55c1256f420024468b/3baa26d5627aabcac12572c7004a2166?OpenDocument

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Höhenunterschiede vermessen

Wer ein ebenes Grundstück hat, der hat es mit dem Vermessen und dem Anlegen eines Gartens recht einfach. Allerdings gibt es auch viele Vorteile, die für ein Hanggrundstück sprechen. Sicher macht das Anlegen von unterschiedlichen Terrassen und den nötigen Treppen zuerst einmal eine ganze Menge Arbeit. Dafür bietet eine Fläche, die nicht nur mit flachen und gleichmäßigen Formen aufwartet, eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Vor dem konkreten Planen sollte man sich jedoch erst einmal Gedanken über die vorhandenen Höhenunterschiede machen. Nur so erreicht man, dass der Garten auch als eine harmonische Einheit gestaltet werden kann.

Wie geht man dabei am besten vor?

Um einen Hang zu vermessen, braucht man mindestens eine oder mehrere längere Dachlatten, einige angespitzte Pfosten und eine Wasserwaage.

Zuerst muss der Nullpunkt festgelegt werden. Dazu eignet sich am besten eine vorhandene Hauswand oder ein anderes Bauwerk. Ist so etwas nicht in der Nähe, dann kann der Nullpunkt auch willkürlich bestimmt werden. Falls man sich nicht ganz sicher ist, ob man mehrere Messungen durchführen muss oder möchte, dann ist es angebracht, wenn man diesen frei gewählten Punkt durch einen Stein oder eine andere Markierung kennzeichnet.

Nach dem Festlegen Hoehe3des Nullpunktes legt man die erste Dachlatte in Richtung des Hanges. Das eine Ende kommt auf den Nullpunkt. Das andere Ende kommt auf einen der Posten. Mit der Wasserwaage wird nun so lange justiert, bis die Dachlatte in Waage ist.

 

Misst man zwischen dHoehe1en Punkten A und B, dann hat man den Höhenunterschied der einzelnen Flächen.

 

Was macht man, aber wenn sich der Hang über eine ziemliche Länge hinzieht und eine Dachlatte nicht ausreicht?

Hoehe2

Dann setzt man am Fuße des Pfostens neu an. Das kann man sich so vorstellen:

 

 

Der Höhenunterschied errechnet sich nun aus den Strecken:
„A bis B“ plus „B bis C“ plus „C bis D“.

Was ist aber wenn man das Gefälle in Prozent errechnen will?

In diesem Fall kann man ähnlich an die Aufgabe herangehen. Allerdings wird der Pfosten nun nicht einfach am Ende der Dachlatte eingeschlagen, sondern am Ende der Böschung.

Nun misst man vom Nullpunkt bis zum Pfosten und hat die Länge L. Zusammen mit der gemessenen Höhe trägt man diese Werte in die folgende Formel ein:

Prozent (des Gefälles) = Höhe durch Länge x 100

Wenn ich folgendes gemessen habe:

  • Länge der Strecke: 10 Meter = 1000 cm
  • Höhenunterschied (schon addiert): 50 cm
  • (Nicht vergessen: Es muss unbeingt mit einer Maßeinheit gerechnet werden. Also entweder nur Zentimeter oder nur Meter)

Gefälle in Prozent = 50 durch 1000 mal 100 = 0,5 %

Wem das zu kompliziert ist, der kann sich vielleicht mit der Aussage trösten, dass 1 Zentimeter Höhenunterschied auf 1 Meter gleich 1% Gefälle bedeutet. Damit entsprechen 6 Zentimeter Unterschied bei einem Meter Länge dann 6 % Gefälle.

Damit Wasser von Terrassen oder anderen ebenen Flächen gut abfließen kann, sollte man dort übrigens von vornherein ein Gefälle von 2 % einplanen. Das bedeutet, dass der Höhenunterschied nach 1 Meter bereits 2 Zentimeter beträgt. Legt man seine Latten also an eine 4 Meter lange Sitzecke, so sollte der Höhenunterschied 8 Zentimeter betragen. Sonst kann es passieren, dass die Gartenstühle nach einem langen Regen im Wasser stehen.

Warum es Sinn macht einen Gartenplan anzulegen

Winterzeit ist Planungszeit. Jetzt kann man draußen kaum etwas machen. Sicher sollte man ab und zu trotzdem mal in den Garten gehen und schauen, ob noch alles in Ordnung ist.

Manche Bäume, vor allem die Immergrünen, haben mit der Schneelast zu kämpfen. Sie sind dankbar dafür, wenn man sie vom Gewicht, was sie herabdrückt, befreit.

Einige Wildtiere schleichen sich in der kalten Jahreszeit gern in den Garten, um ihre Nahrung mit Knospen und Rinde zu verbessern. Darum sollte man auch einen regelmäßigen Blick auf die Zäune oder andere Schutzmaßnahmen werfen.

Aber die meiste Zeit verbringt man dann doch im Haus. Nicht ohne Grund flattern um diese Jahreszeit die Kataloge diverser Anbieter für Pflanzen, Samen und Gartenbedarf ins Haus. Jetzt hat man Muße sich damit zu beschäftigen.

Wer seinen Garten umgestalten will, der sollte seine Pläne auf Papier festhalten. So bekommt man eine Vorstellung, was wie aussehen könnte. Wie man den Garten ausmisst, das habe ich schon vorgestellt. (Weitere Tipps folgen noch.)

Besonders wichtig ist ein Gartenplan jedoch für den Gemüsegärtner. Wer weiß denn noch genau, welche Sorten man vor zwei Jahren auf welchem Beet angebaut hat. Für einen guten Ertrag ist das aber unerlässlich.

Beim Gemüse unterscheiden wir. Starkzehrer, Schwachzehrer und Mittelzehrer. Diese Einteilung wird nach dem Verbrauch der Nährstoffe vorgenommen. Dabei bezieht man sich hauptsächlich auf den  Verbrauch  an Stickstoff.

Starkzehrer

Auberginen, Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl, Gurken, Kartoffeln, Kohl, Kürbis, Lauch, Melonen, Rhabarber, Rosenkohl, Sellerie, Tomaten, Wirsing, Zucchini

Mittelzehrer

Endivien, Fenchel, Knoblauch, Kohlrabi,  Kopf- und Schnittsalat, Kürbis, Mangold, Möhren,  Paprika, Porree, Radieschen, Rettich, Rote Bete,  Schwarzwurzeln, Spinat, Stangenbohnen, Zwiebeln

Schwachzehrer

Buschbohnen, Erbsen, Feldsalat, Kräuter, Kresse,  Portulak, Puffbohnen

Mit diesem Wissen kann man nun eine optimale Fruchtfolge planen. Standen auf einem Beet im vorigen Jahr Starkzehrer, dann sollte man es nun für Mittel- oder Schwachzehrer einplanen. Wurde om Vorjahr von den Pflanzen dagegen wenig Stickstoff verbraucht, dann kann an diese Stelle jetzt Gemüse, das einen starken Nährstoffverbrauch hat.

Um hier den Überblick zu behalten, reicht ein einfaches Schulheft mit einem groben Gartenplan. In die Beete trägt man übers Jahr ein, was man angepflanzt hat. So braucht man nicht mehr groß zu überlegen, welche Pflanzen im nächsten Jahr wohin kommen, spart Dünger und kann seine Erträge verbessern.

Außerdem: Es gibt auch noch bestimmte Gemüsearten, die man aus anderen Gründen nicht hintereinander auf ein Beet pflanzen sollte.

Gleiche Pflanzenfamilien

Gemüsearten aus einer Pflanzenfamilie möchten nicht nacheinander im selben Boden wachsen.

Zu den Kreuzblütern zählen: Rettiche, alle Kohlarten (auch Kohlrabi), Radieschen und Kresse. Hier sollten die Mittelzehrer (wie Radieschen) auch nicht nach den Starkzehrern (wie Weißkohl) angebaut werden.

Doldenblütler sind Dill, Fenchel, Möhren, Pastinaken, Petersilie, Sellerie und Zwiebeln,

Zu den Schmetterlingsblütlern rechnet man Bohnen und Erbsen.

Gänsefußgewächse sind Mangold, Rote Rüben und Spinat.

Vetreter der Nachtschattengewäche sind Auberginen, Kartoffeln, Paprika und Tomatem.

Als Kürbisgewäche kennen wir Gurken, Kürbisse und Melonen.

Wer seinen Gemüsegarten optimal anlegen will, der sollte auch diese Einflüsse beachten. Und wer das ohne Plan über mehrere Jahre im Kopf behält, der muss schon ein Genie sein. Ich glaube es gibt wichtigere Dinge im Leben als sich genauestens zu merken, was man wo im Vorjahr gepflanzt hat. Darum ein großes JA zum Gartenplan.

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Der Garten im Winter

Den Garten vermessen

Wer über einen rechteckigen Garten verfügt, der hat es mit dem Vermessen ziemlich einfach. Er misst einfach Länge und Breite seines Grundstücks. Damit erhält er nicht nur die Seitenabmessungen, sondern wenn man beide Seiten multipliziert, dann erhält man die Fläche, die man als Gärtner bearbeiten kann:

Für ein relativ gleichmäßig viereckiges Grundstück gilt also:

Lange x Breite = Gesamtfläche

Wozu braucht man die Gesamtfläche eigentlich?

Wer sich einen richtigen Gartenplan erstellen will, der sollte das schon maßstabsgerecht machen. Will man sich aus Zeitgründen oder Bequemlichkeit diese Arbeit sparen, dann wird man schnell merken, dass das keine gute Lösung ist. Mit Angaben wie „so ungefähr“ lässt sich kein vernünftiger Plan aufstellen. Bei einer Neu- oder Umgestaltung eines Gartens ist es außerdem sehr hilfreich, denn man das Grundstück in einzelne Raster unterteilt. Das geht natürlich nur, wenn man vorher die genauen Maße ermittelt hat.

Aber was machen diejenigen, die einen unregelmäßigen Garten ausmessen wollen?

Bei einem Grundstück, das keine regelmäßige Viereckform hat, kann man sich mit Teilstücken behelfen.

Die L-Form

Einen L-förmigen Garten unterteilt man einfach in zwei Vierecke und berechnet jedes für sich. Anschließend werden die Flächen addiert und man hat auch hier genaue Angaben.

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Weitere unregelmäßige Formen

Um sich die Arbeit und das Rechnen zu erleichtern, sollte man Versuchen in allen unregelmäßigen Abmessungen eine Art Regelmäßigkeit zu finden, die sich dann leicht berechnen lässt. Ein Garten mit einer Spitze könnte so vermessen werden:

1-3-a1-3-b

 Gesamtfläche = Fläche A plus halbierte Fläche B

Wenn diesen Beispeil auch nicht passt, dann kann man versuchen den Garten in weitere berechenbare Teilstücke zu zerlegen.

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 Pythagoras nein Danke?

Wer sich in der Schule gefragt hat, wozu er denn den Satz des Pythagoras und Ähnliches im Leben mal brauchen sollte, der wird spätestens bei so einem Grundstück die Antwort bekommen.

py1

Hier misst man die eine Seite (g) der zu berechnenden Fläche und davon ausgehend im rechten Winkel eine Strecke bis in die Spitze des Gartens (h). Jetzt fehlt nur noch die Formel für den Flächeninhalt eines Dreiecks. Die lautet: A= ½ g x h.

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Das bedeutet für diesen Fall: Die Fläche der Spitze des Gartens errechnet sich wie folgt:

Länge der Grundseite mal Höhe des Dreiecks (rechter Winkel bis in die Spitze) durch zwei

Klingt kompliziert – ist aber gar nicht so schlimm.

Wie macht man aber nun einen rechten Winkel?

Um einen rechten Winkel im Garten zu konstruieren, braucht nur eine längere Schnur. Bei dieser werden in Abständen von 1 Meter Markierungen angebracht. Insgesamt braucht man 13 Knoten. Knoten Nummer 1 bildet den Anfang. Der wird mit einem großen Nagel in der Erde bestgesteckt. Nun spannt man die Schnur so, dass man ein Dreieck erhält, welches die Kantenlängen von 3, 4 und 5 Metern (also Knotenabständen) hat. Knoten Nummer 13 kommt dabei genau auf Nummer 1. Der rechte Winkel entsteht so zwischen den zwei kürzeren Seiten des Dreiecks. Das ist übrigens der Satz des Pythagoras in praktischer Anwendung.

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Überlegungen vorab

Bevor mit dem eigentlichen Gestalten des ganz persönlichen Traumgartens begonnen wird, sollte man zuerst einmal die vorhandenen Gegebenheiten prüfen. Dazu gehören unter anderem:

  • Größe und Form des Grundstücks
  • Ausrichtung (Himmelsrichtung, Sonneneinstrahlung …)
  • Klima (windig, frostgefährdet, geschützt, regionale Besonderheiten …)
  • Lage (Hang, mehrere Ebenen …)
  • Bodenverhältnisse
  • Vorhandener Bewuchs und Bebauung

Hier reicht es im Allgemeinen nicht, einfach nur einen Blick auf den Garten zu werfen. Eine optimale Vorbereitung spart nicht nur viel Arbeit, sondern auch eine Menge Geld und möglicherweise auch noch Ärger.

Während man im Privatgarten relativ schalten und walten kann, wie man es möchte, gibt es in vielen Kleingartenvereinen recht strenge Vorschriften, die die Höhe der Gehölze, den Anteil des Rasens an der Grundstücksfläche oder die Umzäunung regeln. Vor dem Unterzeichnen des Pachtvertrages sollte man sich unbedingt über diese Reglungen informieren, damit man sich im Nachhinein nicht wundert, welche Richtlinien bei der Gartengestaltung im Verein eingehalten werden müssen.

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Bildquellenangabe: Walter J. Pilsak  / pixelio.de

Aber auch als Besitzer eines privaten Gartens hat man nicht immer die vollkommene Entscheidungsfreiheit. Die meisten Grundstücke grenzen an einer oder an mehreren Seiten an weitere Anwesen. Abgesehen davon, dass es besser ist, wenn man sich mit seinen Nachbarn versteht, gibt es auch hier Vorschriften, die sich mit den Abständen von Bäumen und Sträuchern an Grundstücksgrenzen befassen. Diese Grenzabstandregelungen werden im Nachbarschaftsgesetz geregelt. Unglücklicherweise unterscheidet es sich von Bundesland zu Bundesland. Die Abweichungen sind zwar gering, aber im Falle eines Falles könnten sie zum Fallstrick werden. Natürlich muss man nicht grundsätzlich gleich auf eine Hecke als Einfriedung verzichten. Wer sich hier aber an die vorgegebenen Spielregeln hält, braucht sich später keine Sorgen machen, dass diese zu nah am Nachbargrundstück wächst.

Achtung:

Vor Beginn des Großprojektes Traumgarten sollte man unbedingt die geltenden Vorschriften einsehen und in die Planung mit einbeziehen.

Was ist außerdem noch hilfreich?

Ein Blick über den Gartenzaun lohnt immer. Man kann sich dabei höflich vorstellen und schon etwas über die Mentalität seiner Gartennachbarn erfahren. Der erste Eindruck täuscht selten:

  • Im Nachbargarten befinden sich Sandkasten, Schaukel und viele Spielgeräte. Hier sind Kinder zu Hause und da kann es schon mal laut werden.
  • Nebenan ist alles sauber und gepflegt. Diese Gärtner freuen sich sicher nicht unbedingt über einen naturbelassenen Nachbargarten.
  • Die Nachbarn züchten Brennnesseln und andere Wildkräuter. Wer hier einen klassischen Garten plant, sollte mit dem Ansturm von Wurzel- und Samenunkräutern rechnen.