Düngen- muss das überhaupt sein?

Im ungestörten Kreislauf der Natur findet ein stetiges Wachsen und Vergehen statt. Alles, was aus dem Boden erwächst, das kehrt irgendwann zu ihm (oder besser noch in ihn) zurück. Was der Erde Nährstoffe entzogen hat, kehrt auf die eine oder andere Art wieder zurück.

Wenn wir in unserm Garten ernten, dann entnehmen wir die Pflanzen. Sie sind nicht länger Teil der beschriebenen Zirkulation und können somit auch nichts „zurückgeben“. Es liegt an uns als Gärtner, dieses Manko auszugleichen. Nimmt ein Imker seinen Bienen den Honig, dann lässt er ihnen einen Ersatz zurück. Wir sollten es ähnlich halten und zum Ausgleich düngen.

Im Groben unterscheidet man mineralische und organische Dünger.

Eine andere Bezeichnung für mineralischen Dünger ist auch Kunstdünger. Hier liegen die Nährstoffe in Salzform vor. Sie lösen sich im Bodenwasser und können so von den Pflanzen aufgenommen werden. Das geht schnell und ist praktisch – aber nicht jedermanns Sache, weil man hier leicht etwas zu viel des Guten tun kann.

Im organischen Dünger sind die Nährstoffe in verschiedensten Formen gebunden. Stallmist oder Grünmasse müssen erst einmal verrotten, damit die Nährelemente überhaupt pflanzenverfügbar sind. Darum ist der Einsatz von organischem Dünger immer auch abhängig vom funktionierenden Bodenleben. Beides bedingt sich. Ist kein oder wenig Bodenleben vorhanden (man findet keine z.B. Regenwürmer), dann dauert der Umwandlungsprozess sehr lange. Allerdings sollte man gerade dann, die Aktivität des Bodenlebens durch organischen Dünger ankurbeln.

Den Fall, dass das Bodenleben nahezu daniederliegt, kenne ich nur zu gut. Ich habe einmal einen Garten übernommen, dessen Vorbesitzer ein großer Freund der „chemischen Keule“ war. Er hat (nach Aussage der Nachbarn) jedes Mal, wenn sein Vater zu Besuch kam, das ganze Grundstück „totgespritzt“, damit es ordentlich aussah. Ich bin in den ersten Jahren stets in Verzückung geraten, wenn ich einen Regenwurm auf meinem Gelände gesehen habe. Für diese extreme Situation gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder den Boden austauschen oder sich in Geduld zu üben und das Bodenleben auf natürliche Weise ankurbeln. (Ich habe mich für die zweite Variante entschieden.)

Je höher der Humusgehalt eines Bodens ist, desto bessere Erträge können wir im Garten erzielen. Um diesen zu bestimmen, gibt es im Internet eine nette Anleitung: http://wiki.zum.de/wiki/Wir_erforschen_den_Boden/Wir_bestimmen_den_Humusanteil_einer_Bodenprobe_durch_Gl%C3%BChen
Wem das zu umständlich oder zu gefährlich ist, der kann auch mittels der Farbe des Bodens ungefähr einschätzen, ob genügend Humus vorhanden ist. Je heller die Erde, desto weniger Humus. Das ist leider Pech für uns „Sandboden-Garten-Besitzer“, denn wir müssen uns viel mehr ins Zeug legen um eine gute Ernte zu haben, als die Gärtner auf Lehmboden. (Dafür fällt uns das Arbeiten oft leichter.)

Einer der besten und preiswertesten Humuslieferanten ist der eigene Komposthaufen. Hier kann man „so ganz nebenbei“ seine eigene Bodenverbesserung begründen. (Dazu später mehr)
Der organische Dünger fördert, wie erwähnt das Bodenleben. Wichtig ist, dass er nicht zu tief eingearbeitet wird, damit zur vorgesehenen Verrottung auch genügen Luft verfügbar ist. Wer schon einmal Mist zu tief eingegraben hat, der wundert sich vielleicht, dass er diesen im nächsten Jahr relativ unverändert wieder findet. Das lag einfach am fehlenden Sauerstoff.
Stallmist ist als Dünger besonders wirkungsvoll. Allerdings sollte er mindestens ein Jahr gelagert sein, da er sonst „zu scharf“ ist. Etliche Pflanzen vertragen auch keine frischen Mistgaben. Am besten ist es, wenn man ihn kurz vor Beginn der Vegetationzeit ausbringt. Überaus dankbar dafür sind Gurken, Kohl und Tomaten.

Blacky1Natürliche Düngerlieferanten.