Höhenunterschiede vermessen

Wer ein ebenes Grundstück hat, der hat es mit dem Vermessen und dem Anlegen eines Gartens recht einfach. Allerdings gibt es auch viele Vorteile, die für ein Hanggrundstück sprechen. Sicher macht das Anlegen von unterschiedlichen Terrassen und den nötigen Treppen zuerst einmal eine ganze Menge Arbeit. Dafür bietet eine Fläche, die nicht nur mit flachen und gleichmäßigen Formen aufwartet, eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Vor dem konkreten Planen sollte man sich jedoch erst einmal Gedanken über die vorhandenen Höhenunterschiede machen. Nur so erreicht man, dass der Garten auch als eine harmonische Einheit gestaltet werden kann.

Wie geht man dabei am besten vor?

Um einen Hang zu vermessen, braucht man mindestens eine oder mehrere längere Dachlatten, einige angespitzte Pfosten und eine Wasserwaage.

Zuerst muss der Nullpunkt festgelegt werden. Dazu eignet sich am besten eine vorhandene Hauswand oder ein anderes Bauwerk. Ist so etwas nicht in der Nähe, dann kann der Nullpunkt auch willkürlich bestimmt werden. Falls man sich nicht ganz sicher ist, ob man mehrere Messungen durchführen muss oder möchte, dann ist es angebracht, wenn man diesen frei gewählten Punkt durch einen Stein oder eine andere Markierung kennzeichnet.

Nach dem Festlegen Hoehe3des Nullpunktes legt man die erste Dachlatte in Richtung des Hanges. Das eine Ende kommt auf den Nullpunkt. Das andere Ende kommt auf einen der Posten. Mit der Wasserwaage wird nun so lange justiert, bis die Dachlatte in Waage ist.

 

Misst man zwischen dHoehe1en Punkten A und B, dann hat man den Höhenunterschied der einzelnen Flächen.

 

Was macht man, aber wenn sich der Hang über eine ziemliche Länge hinzieht und eine Dachlatte nicht ausreicht?

Hoehe2

Dann setzt man am Fuße des Pfostens neu an. Das kann man sich so vorstellen:

 

 

Der Höhenunterschied errechnet sich nun aus den Strecken:
„A bis B“ plus „B bis C“ plus „C bis D“.

Was ist aber wenn man das Gefälle in Prozent errechnen will?

In diesem Fall kann man ähnlich an die Aufgabe herangehen. Allerdings wird der Pfosten nun nicht einfach am Ende der Dachlatte eingeschlagen, sondern am Ende der Böschung.

Nun misst man vom Nullpunkt bis zum Pfosten und hat die Länge L. Zusammen mit der gemessenen Höhe trägt man diese Werte in die folgende Formel ein:

Prozent (des Gefälles) = Höhe durch Länge x 100

Wenn ich folgendes gemessen habe:

  • Länge der Strecke: 10 Meter = 1000 cm
  • Höhenunterschied (schon addiert): 50 cm
  • (Nicht vergessen: Es muss unbeingt mit einer Maßeinheit gerechnet werden. Also entweder nur Zentimeter oder nur Meter)

Gefälle in Prozent = 50 durch 1000 mal 100 = 0,5 %

Wem das zu kompliziert ist, der kann sich vielleicht mit der Aussage trösten, dass 1 Zentimeter Höhenunterschied auf 1 Meter gleich 1% Gefälle bedeutet. Damit entsprechen 6 Zentimeter Unterschied bei einem Meter Länge dann 6 % Gefälle.

Damit Wasser von Terrassen oder anderen ebenen Flächen gut abfließen kann, sollte man dort übrigens von vornherein ein Gefälle von 2 % einplanen. Das bedeutet, dass der Höhenunterschied nach 1 Meter bereits 2 Zentimeter beträgt. Legt man seine Latten also an eine 4 Meter lange Sitzecke, so sollte der Höhenunterschied 8 Zentimeter betragen. Sonst kann es passieren, dass die Gartenstühle nach einem langen Regen im Wasser stehen.

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