Nährstoffe, Bodenlebewesen und Co

Der Gartenboden besteht natürlich nicht nur aus den mineralischen Bestandteilen und dem Wasseranteil. Für das Gedeihen der Pflanzen sind auch noch solche Faktoren wie die organischen Bodenbestandteile, die vorhanden Nährstoffe und die Bodenlebewesen wichtig.

Zu den organischen Bestandteilen des Bodens zählt die Bodenflora. Das sind beispielsweise Bakterien, Pilze, Algen und Flechten. Eine positive Wirkung der Mikroorganismen ist das Binden des Stickstoffs, sodass er den Pflanzen zur Verfügung steht. Anderseits können sie die Pflanzen aber auch befallen und schädigen. Wie immer kommt es auf die richtige Mischung an.

Das gilt natürlich auch für die Bodenlebewesen. Manche davon sehen wir gar nicht gern, wie die Nematoden oder die Ameisen. Über andere dagegen kann man sich freuen. Regenwürmer sind die besten Helfer, die sich der Gärtner nur vorstellen kann. Sie zersetzen die organischen Bestandteile und durchmischen den Boden. Dabei durchlüften sie das Erdreich und fördern den Gasaustausch und die Wasserführung. So entstehen ideale Bedingungen für das Pflanzenwachstum.

Ich selbst habe einmal einen Garten übernommen, dessen Vorbesitzer durch den Einsatz von Chemie nahezu jegliches Bodenleben zerstört hatte. Es hat viele Anstrengungen gekostet und auch eine ganze Zeit gedauert, bis ich wieder von „gesunden Bodenverhältnissen“ sprechen konnte. Bis dahin wurde jeder gefundene Regenwurm mit großer Freude begrüßt und äußerst sorgsam behandelt.

Werden die organischen Bestandteile durch die Bodenlebewesen zersetzt, dann werden die darin enthaltenen Nährstoffe frei. Diese mehr oder weniger umgewandelte Substanz bezeichnet man als Humus. Der wird umso schneller abgebaut, je intensiver ein Boden bearbeitet wird. Bei einem guten Boden sollte aber ein Gleichgewicht von Mineralstoffen und Humus bestehen. Daraus folgt, dass man dem Boden, wenn er ständig bearbeitet wird, auch immer wieder neue organische Bestandteile zuführen sollte. Das ist besonders beim Gemüseanbau im heimischen Garten zu beachten. Stallmist, Kompost und Gründüngung sind hier vernünftige Lösungen.

Als Hauptnährelemente für die Pflanzen werden Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel genannt. Dazu kommen noch verschiedene Spurennährelemente. Wie es um den persönlichen Gartenboden bestellt ist, das kann man am besten bei einer Bodenuntersuchung feststellen lassen. Viele Gartencenter bieten im Frühjahr sogar kostenlose Untersuchungen an. Natürlich wollen sie ihre Düngemittel verkaufen. (Aber man muss sich ja nicht unbedingt darauf einlassen.) Proben von seinem Gartenboden, kann man aber auch einschicken und kostenpflichtig untersuchen lassen. Die Landwirtschaftskammer NRW bietet beispielsweise einen besonderen Bodenuntersuchungs-Service für Haus- und Kleingartenbesitzer an. Wer seinen Garten gut beobachtet, der kann auch anhand der Zeigerpflanzen erkennen, welche Nährelemente in seinem Boden fehlen oder ausreichend vorhanden sind.

  • Auf nährstoffarmen Böden wachsen Arnika, Blutwurz und Teufelsabbiss.
  • Nährstoffreiche Böden zeigen Bärenklau, Große Brennnessel, Kornblume, Löwenzahn, Taubnessel (rot und weiß), Vogelmiere und Zaunwinde an.
  • Auf kalkarmen Böden finden wir Hasenklee, Sauerampfer, Wiesenknopf und Wildes Stiefmütterchen.
  • Ackersenf, Feldrittersporn und Ysop stehen für einen kalkreichen Boden.

Noch mehr Infos über Zeigerpflanzen gibt es unter http://www.bio-gaertner.de/Verschiedenes/Zeigerpflanzen-Indikatorpflanzen

Über die Aufgaben der einzelnen Nährstoffe werden wir uns noch einmal gesondert Gedanken machen.

Auf keinen Fall sollte man aber auch den ph-Wert des Bodens außer Acht lassen. Der hat ebenfalls einen großen Einfluss auf das Pflanzenwachstum. Damit wird die Konzentration der Wasserstoff-Ionen in einem Liter Bodenlösung bezeichnet. Im Allgemeinen ist auch bei Gartenneulingen bekannt, das Rhododendron einen sauren Boden mag, ohne dass man genau weiß was genau damit gemeint ist. Das bedeutet, dass der pH-Wert des Bodens unbedingt unter 7 liegen sollte. Der Wert 7 steht für einen neutralen Boden. Oberhalb davon spricht man von alkalischen Verhältnissen. Die meisten Pflanzen lieben einen neutralen bis schwach sauren Gartenboden. Sauer bis 4,5 mögen beispielsweise der schon erwähnte Rhododendron, Heidelbeeren und Kiwi.

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